Gusenbauer: E.ON.-Deal gefährdet auch Versorgungssicherheit

"Der Pate des E.ON-Deals heißt Schüssel: Er soll seinen Landeshauptleuten auf den Weg der Vernunft folgen"

Wien (SK) SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer begrüßt das von Wiener Bürgermeister Michael Häupl geplante Bündnis der Landeshauptleute gegen den Ausverkauf der heimischen Wasserkraft an den deutschen Atomstromriesen E.ON. Gleichzeitig forderte der SPÖ-Chef Bundeskanzler Schüssel auf, "sich jetzt, wo noch eine Chance zur Verhinderung des E.ON-Deals besteht, nicht aus seiner Verantwortung zu stehlen". Gusenbauer hofft, dass Schüssel jetzt seine Eitelkeit hintanstellt und seinen eigenen Landeshauptleuten auf den Weg der Vernunft folgt. Gusenbauer verwies am Dienstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ darauf, dass die Wasserkraft-Ehe zwischen Verbund und E.ON neben allen bekannten negativen Auswirkungen auch die Versorgungssicherheit in Österreich gefährden könnte. ****

Die Stromversorgung in Österreich würde nach Jahrzehnten grenzenloser Versorgungssicherheit wieder unsicherer werden. Insbesondere weil die E.ON auch Regelleistungen aus der Zillertalgruppe beansprucht, würden in Österreich echte technische Regelkreisprobleme drohen. So könnte es immer wieder zu Strom- und Frequenzschwankungen kommen, die vor allem Computernetzwerke massiv behindern. In Frankreich etwa, wo derartige Schwankungen die Regel seien, mussten große Unternehmungen selbst Stromaggregate anschaffen, um einen reibungslosen EDV-Betrieb sicherzustellen, so Gusenbauer.

Der Deal zwischen E.ON und Verbund, dessen Pate Wolfgang Schüssel heißt, sei in allen Einzelheiten abzulehnen. Wie sich immer deutlicher zeige, sei der Konzern E.ON auch in keinster Weise gewillt, Zusagen einzuhalten und österreichische Interessen zu berücksichtigen. Denn mittlerweile sei auch Salzburg als Standort der neu zu gründenden EHP-Zentrale unsicher, denn E.ON möchte die Zentrale nach München verlegen. Sollte sich E.ON hier durchsetzen, würden zusätzlich rund 300 Arbeitsplätze in Österreich verloren gehen. Und auch die einst angepriesenen kostenmäßigen Synergieeffekte tendieren angesichts der getrennten Führung deutscher und österreichischer Wasserkraftwerke gegen Null, warnt Gusenbauer. Von einer gleichwertigen Kooperation könne auch angesichts der Tatsache, dass E.ON nur 25 Prozent an Wasserkraftwerken einbringt, aber 39 Prozent der Anteile bei der EHP erhält, nicht gesprochen werden, so Gusenbauer. Die SPÖ habe den Rechnungshofpräsidenten bereits aufgefordert, im Falle des Zusammengehens von Verbund und E.ON den Deal hinsichtlich der Wahrung österreichischer Vermögenswerte zu überprüfen. (Schluss) ml

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 53427-275
http://www.spoe.at

Pressedienst der SPÖ

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK/SPK