Jahrmann: "Freigesetzte Arbeitnehmer" flüchten vor der Arbeitslosigkeit in die Selbständigkeit

Mit euphorischen Meldungen über Firmengründungen soll von der Rekordarbeitslosigkeit abgelenkt werden!

St. Pölten, (SPI) - 27.000 Österreicherinnen und Österreicher, davon 5.300 in Niederösterreich, haben 2001 eine Firma gegründet. Mit dieser Meldung soll bewiesen werden, der Wirtschaft geht es eh gut und die Menschen sind unternehmerisch wie schon lange nicht. "Sicherlich hat es Firmengründungen gegeben, aber bei weitem nicht so viele und vor allem nicht mit so positiven Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt", stellt SPNÖ-LAbg. Josef Jahrmann dazu fest. In dieser Zahl sind auch jene enthalten, die der Entlassung und der drohenden Arbeitslosigkeit entgehen wollten und das Risiko eines ‚Ein-Personen-Unternehmens' in Kauf genommen haben. Weil die Unternehmen sie wegkürzen oder ‚freisetzen', wagen Menschen den Sprung in die Selbständigkeit. Ihnen gebührt Respekt und Unterstützung, sie aber zur Vernebelung der wirtschaftlichen Probleme zu missbrauchen, geht zu weit", so kritisiert SPNÖ-LAbg. Josef Jahrmann.****

Wenn jetzt schon gejubelt wird, dass durch die Liberalisierung der Gewerbeordnung mit einer neuen "Gründerwelle" zu rechnen ist, dann stellt sich die Frage ob die Menschen bewusst getäuscht werden sollen. "Leider sind in den Schuldnerberatungsstellen viele ‚Unternehmer' als Kunden. Hohe Grundinvestitionen sowie kaum oder kein Grundkapital lassen den Traum von der Selbständigkeit rasch zu Alptraum werden. Jeder, der die Voraussetzungen und das Kapital hat, soll die Möglichkeit haben, eine Firma zu gründen. Jeder muss sich aber selbst hinterfragen, ob er den langen Atem und das entsprechende Produkt hat. Uns Sozialdemokraten geht es auch hier um die Menschen und um deren Schicksal. Firmengründungen zu forcieren und zu propagieren, nur damit von den wirtschaftlichen Fehlern der Bundes-und Landesregierung abgelenkt wird, ist ein Missbrauch der Menschen", so Jahrmann.
(Schluss) sw/fa

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