Krise in der Bau- und Holzwirtschaft - 103.000 Arbeitslose

GBH-Driemer: Gratulation an die Bundesregierung zur höchsten Arbeitslosigkeit in der 2. Republik!

Wien (GBH/ÖGB). "Unsere Befürchtungen haben sich bestätigt: mit 102.843 arbeitslosen Bau- und HolzarbeiterInnen - das sind mehr als ein Drittel aller Arbeitslosen in Österreich. Die Bundesregierung hat unsere Warnungen seit Monaten ignoriert und, wenn überhaupt, mit unzureichenden Maßnahmen reagiert - die Bau- und HolzarbeiterInnen müssen jetzt für diese Fehlentscheidungen zahlen", stellt der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz und ÖGB-Vizepräsident Johann Driemer fest.++++

In keinem anderen Wirtschaftszweig ist es so klar wie in der Bauwirtschaft, dass die Arbeitslosenzahlen hausgemacht sind. Die Baukonjunktur hängt fast ausschließlich von der Binnennachfrage ab. Fehlende Bau-Investitionen haben auch dramatische Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft. Und die Binnennachfrage ist - nicht zuletzt aufgrund des Konjunktureinbruches, den die derzeitige Bundesregierung durch den Versuch, das Dogma Nulldefizit zu erreichen, verschuldet hat - deutlich gesunken. Driemer: "Es gibt genügend Baubedarf in Österreich, und es gibt die Möglichkeit einer durchgehenden Beschäftigung auch im Winter. Was immer noch fehlt, sind Sofortmaßnahmen und zielführende koordinierte längerfristige Konzepte der Bundesregierung mit gesicherter Finanzierung und Zeitschiene."

Driemer weiter: "Wichtige bauwirksame Projekte werden nach wie vor auf die lange Bank geschoben; der groß angekündigte Generalverkehrsplan entpuppt sich bei näherer Prüfung als Auflistung von Teilen der bisher schon bekannten Verkehrsprojekte ohne sichtbaren Impuls für die Konjunktur. Auch gibt es nur unzureichende Ansätze einer aktiven Arbeitsmarktpolitik, die über diese Bau-Krise und Arbeitslosenproblematik hinweghelfen könnte."

Driemer abschließend: "Herr Bundeskanzler Schüssel: Zwei Jahre lang wird Österreich durch Ihre Bundesregierung nun "Neu regiert´. Ergebnis: explodierende Arbeitslosenzahlen, Konjunktureinbruch und stetig steigende Belastungen für die Menschen in unserem Land. Bei diesem "Jubiläum´ des Versagens und der Unmenschlichkeit sollte Ihnen allerdings nicht zum Feiern zu Mute sein. Die ArbeitnehmerInnen in unserem Land werden dieser Bundesregierung dafür beim nächsten Wahlgang die Rechnung präsentieren."

ÖGB, 5. Februar 2002
Nr. 107

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