Wirtschaftspolitik in Bulgarien setzt auf Privatisierungen als Konjunkturanreiz

Österreich 2001 zweitgrößter Auslandsinvestor

Wien (PWK091) "Das vergangene Jahr brachte in Bulgarien wesentliche politische Umschichtungen. Die neue Regierung hat sich in ihren Ankündigungen besonders auf Investitionsförderung, Eindämmung der Korruption und breiten Ausbau der staatlichen Sozialleistungen konzentriert. Die wirtschaftspolitische Ausrichtung setzt Prioritäten wie Privatisierung und Schaffung der Rahmenbedingungen für einen künftigen EU-Beitritt", berichtet der österreichische Handelsdelegierte in Sofia, Hermann Ortner, über die aktuelle Situation in Bulgarien. Das Wirtschaftswachstum lag 2001 schätzungsweise bei angesichts der derzeitigen Weltwirtschaftssituation beachtlichen ca. 4,5 % und wird auch für heuer mit ca. 4 % prognostiziert.

Der industrielle Sektor in Bulgarien leidet unter einer außerordentlich niedrigen Produktivität, wobei die konjunkturelle Entwicklung branchenmäßig sehr unterschiedlich verlief. Ein starker Einbruch wurde etwa in der EDV-Branche registriert, während beispielsweise der Bekleidungssektor einen ausgesprochenen Boom verzeichnete. Geplante Privatisierungsvorhaben betreffen die Telekommunikation, den Bankensektor (Biochim Bank), Teile der Elektrizitätswirtschaft und die staatliche Tabakholding. "Die Privatisierungsgeschäfte sowie Neuinvestitionen durch ausländische Unternehmen bilden das entscheidende Rückgrat der Investitionstätigkeit in Bulgarien", so der Handelsdelegierte. Ortner: "Österreich unterstrich eindrucksvoll seine Position als einer der wichtigsten Investoren in Bulgarien. Mit mehr als 70 Mrd. Euro Investitionsvolumen in den ersten neun Monaten vergangenen Jahres lag Österreichs Wirtschaft auf dem zweiten Platz unter den Auslandsinvestoren. Schwerpunkte des österreichischen Interesses waren der Treibstoff- und Lebensmittelsektor. In der Gesamtinvestitionsstatistik hat sich Österreich nunmehr mit über 295 Mio. Euro vor den USA auf den fünften Platz geschoben, was das profunde Interesse der österreichischen Wirtschaft am bulgarischen Markt widerspiegelt."

Der österreichische Außenhandel mit Bulgarien entwickelt sich weiterhin positiv und verzeichnete exportseitig in den ersten neun Monaten vergangenen Jahres einen Anstieg um 13,7 % auf mehr als 170 Mio. Euro. Entscheidende Bedeutung im Kontext der österreichischen Exporte nimmt der Maschinensektor ein. Bei Zugmaschinen und Kraftfahrzeugen konnten Zuwächse um 35,8 % auf 16,7 Mio. Euro verzeichnet werden, ähnlich erfreulich war der Anstieg bei elektrischen Maschinen um 17,3 % auf 21,4 Mio. Euro. Im gleichen Zeitraum setzte sich auch die Aufwärtsentwicklung der Importe aus Bulgarien weiter fort und erreichte mit einem Anstieg von 36 % auf ein Gesamtvolumen von nunmehr über 82 Mio. Euro ein beachtliches Niveau. Wichtigster bulgarischer Ausfuhrartikel sind diverse Arten von Bekleidung, wobei besonders nicht gewirkte oder gestrickte Bekleidung mit einem Gesamtexportvolumen von fast 20 Mio. Euro hervorzuheben ist.

Für den Beginn des heurigen Jahres ist eine Allgemeine Wirtschaftsmission geplant, die gerade im Hinblick auf die zahlreichen Neubesetzungen im Zuge der Regierungsumbildung neue Kontaktmöglichkeiten bieten soll. Ebenso ist eine Beteiligung an der wichtigen Fachmesse Bulmedica ins Auge gefasst. (pt)

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