Bartenstein - Arbeitsmarktlage Ende Jänner: Anstieg der Arbeitslosigkeit gebremst

Leichter Beschäftigungsrückgang

Wien (BMWA/OTS) - Nach aktuellen Berichten zeigen einige Wirtschaftsindikatoren in den USA, in der Bundesrepublik Deutschland und auch in Österreich wieder Anzeichen einer baldigen Konjunkturbelebung. Die Impulse reichen derzeit noch nicht aus, eine grundsätzliche Verbesserung der Beschäftigungs- und Arbeitslosigkeitssituation herbeizuführen, die Talsohle scheint jedoch aus der Einschätzung des AMS erreicht. Ende Jänner lag die Zahl der unselbstständig Beschäftigten (ohne geringfügige Beschäftigungsverhältnisse) mit 3.065.897 (1.664.769 Männer, 1.401.128 Frauen) um - 7.967(- 0,26%) unter dem Vorjahreswert. Die Arbeitslosigkeit liegt in Verbindung mit einem zunehmenden Arbeitskräfteangebot zwar weiter über dem Vorjahreswert, im Vergleich zur Entwicklung im Dezember 2001 (+50.689 gegenüber dem Vorjahr ohne Stichtagseffekt ca. +40.000) zeigt sich im Jänner 2002 eine erstmalige Abflachung seit Sommer 2001. Der Bestand an vorgemerkten Arbeitslosen hat Ende Jänner 2002 um 40.071 bzw. +15,5% auf 297.830 gegenüber dem Vorjahreswert zugenommen. Nach wie vor entfällt der überwiegende Teil der Zunahme auf Inländer (+30.892 oder +14,3%). Die Arbeitslosigkeit von Ausländern steigt jedoch weiterhin mit +22,0% (+9.179) überdurchschnittlich. Die Zahl der vorgemerkten arbeitslosen Männer ist gegenüber dem Vorjahreswert um 27.241 (+16,1%) auf 196.398 angestiegen. Obwohl das Arbeitskräfteangebot der Frauen deutlich stärker als jenes der Männer ansteigt, nimmt - auf Grund der höheren Beschäftigungschancen - die Frauenarbeitslosigkeit mit +12.830 bzw. +14,5% (auf 101.432) nach wie vor geringer zu. ****

Die von EUROSTAT, dem Statistischen Amt der Europäischen Union, errechnete saisonbereinigte Arbeitslosenquote lag für Österreich im Dezember 2001 bei 4,1 %. Sie liegt damit weiterhin deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 7,8% (November-Wert). Dies unterstreicht die nach wie vor günstige Position Österreichs im internationalen Vergleich. Österreich liegt hier auf Platz 3 hinter Luxemburg mit 2,5% und den Niederlanden mit 2,2% (November-Wert). Die höchsten Arbeitslosenquoten innerhalb der Europäischen Union hatten zuletzt Spanien (12,9%), Italien (9,3% - Oktober-Wert), Finnland (9,1%) und Frankreich (9,2% im November).

Darüber hinaus zeigten sich Ende Jänner 2002 am Arbeitsmarkt folgende Tendenzen:

Jugendliche

Bei der Jugendarbeitslosigkeit nimmt Österreich im EU-Durchschnitt eine verhältnismäßig gute Position ein. Österreich weist mit 6,2% (Dezember-Wert) nach den Niederlanden (5,0% im November) den zweitniedrigsten Wert aller EU-Staaten auf. EU-weit hatten im November 2001 15,7% der Jugendlichen keine Arbeit.
In Österreich nahm bei den 15- bis 18-jährigen im Jänner die Arbeitslosigkeit um 735 (15,8%) auf 5.388 zu, der merklich größere Teil entfiel auf die 19- bis 24-jährigen (+6.992 bzw. +21,6% auf 39.403).

Lehrstellenmarkt

Am Lehrstellenmarkt gab es Ende Jänner 3.736 Lehrstellensuchende und 2.433 gemeldete offene Lehrstellen. Damit stieg im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Lehrstellensuchenden (+672 bzw. +21,9%), die Zahl der gemeldeten offenen Lehrstellen ging leicht zurück (-101 bzw. -4,0%). Für Lehrstellensuchende, die keinen Lehrplatz finden, stehen im Rahmen des JASG insgesamt 13,1 Mio. € (180 Mio. ATS) zur Verfügung, womit mindestens 1.600 Lehrgangsplätze gesichert werden können.

Altersarbeitslosigkeit

Mit einer Zunahme der Arbeitslosigkeit der über 50-Jährigen um 12,7% (+6.346 auf 56.253) lag die Entwicklung in dieser Gruppe nach wie vor unter dem Gesamttrend. Allerdings stand den unterdurchschnittlichen Zuwächsen der 50- bis 54-Jährigen (+2.418; +8,3%) und jenen der 55- bis 59-Jährigen (+2.478; +13,5%) ein kräftiger Zuwachs von +62,4% (+1.450) bei den über 60-Jährigen gegenüber.

Langzeitarbeitslosigkeit

Ende Jänner waren 11.862 Personen länger als ein Jahr vorgemerkt. Der Rückgang betrug damit 2.328 (-16,4%). Die Zahl über 6 Monate vorgemerkten Arbeitslosen lag mit 40.458 um 6.555 bzw. +19,3% über dem Vorjahreswert.

Entwicklung in den Bundesländern

Die Arbeitslosigkeit stieg in allen Bundesländern. Am stärksten fiel die Zunahme in Wien aus (+16.633; +24,9%). Überdurchschnittlich nahm die Arbeitslosigkeit weiters in Vorarlberg (+23,0%; +1.393) und in Oberösterreich (+16,3%; +5.143) zu. Die geringste Zunahme hatte im Jänner das Burgenland (+6,0%; +724), gefolgt von Kärnten (+6,4%; +1.595) und Tirol (+10,2%; +1.654). Leicht unter dem gesamtösterreichischen Wert lagen die Steiermark (+12,2%; +5.098), Niederösterreich (+13,2%; +6.179) und Salzburg (+13,9%; +1.652).

Entwicklung nach Branchen

Der in den Vormonaten besonders auffällige Anstieg der Bauarbeitslosigkeit scheint nunmehr durch weitere Bereiche eingeholt zu werden. So ist Ende Jänner 2002 die Arbeitslosigkeit im Bau mit +7.136 (+8,8%) auf 88.347 unterdurchschnittlich angestiegen. Dagegen waren im Sachgüterbereich (+8.124; +19,4%), im Handel/Instandhaltungsbereich (+7.155; 19,0%) im Realitätenwesen/Unternehmensbezogene Dienstleistungen (+3.251; +21,1%) und im Verkehrs-/Nachrichtenbereich (+1.843; +17,5%) überdurchschnittliche Zuwächse zu verzeichnen. Auch im Tourismus war mit +3.485 (+14,0%) ein unerwartet deutlicher Anstieg der vorgemerkten Arbeitslosen zu beobachten.

Entwicklung nach der Ausbildung

Die Arbeitslosigkeit erhöhte sich in allen Ausbildungskategorien. Die stärksten Zunahmen gab es bei Personen mit Pflichtschulabschluss (+15.901 oder +14,9%). Auch bei Personen mit Lehrabschluss stieg die Arbeitslosigkeit merklich (+14.533 oder +13,2%). Bei Personen, die über keine schulisch abgeschlossene Ausbildung verfügen, erhöhte sich der Bestand im Vergleich zum Vorjahr um 2.146 (22,6%). Die Arbeitslosigkeit bei Personen mit weiterführenden schulischen Ausbildungen stieg wie folgt: Mittlere Schule +14,5%, AHS +27,4%, BHS +28,3% sowie Akademie, Fachhochschule und Universität +34,4%.

Schulungen des AMS

Ende Jänner betrug die Zahl der in Schulung befindlichen Personen 31.370, ihre Zahl lag damit um 2.030 (+6,9%) über dem Vorjahreswert. Die Schulungsaktivitäten steigen zur Zeit in allen Bundesländern mit Ausnahme von Wien (-2.011;-20,2%).

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