Lkw: KfV fordert regelmäßige Abstands- und Geschwindigkeitsmessungen

In den letzten Jahren stieg die Zahl der Unfälle mit Lkw-Beteiligung auf Autobahnen um 40 Prozent

Wien (OTS) - Übermüdung, mangelnde Konzentration, zu hohe Geschwindigkeit - die Risikofaktoren im Lkw-Bereich sind alarmierend hoch, kritisiert der Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), Dr. Othmar Thann. Schwerste Unfälle sind die Folge. Thann:
"Heute früh hat es auf der West Autobahn schon wieder gekracht. Generell stieg in den letzten zehn Jahren die Zahl der Unfälle mit Lkw-Beteiligung auf Autobahnen um rund 40 Prozent, die Verletzungen sind hier besonders schwer. Rund 55 Prozent sind Auffahrunfälle."++++

Unfälle mit Lkw-Beteiligung enden meist tragisch: 2 von 3 Lenkern anderer Fahrzeuge werden verletzt oder getötet, von den beteiligten Lkw-Lenkern werden 27 Prozent verletzt. Die Wahrscheinlichkeit, als Verunglückter bei einem Lkw-Unfall auf der Autobahn getötet zu werden, ist mit 6 Prozent deutlich höher als bei einem Autobahnunfall ohne Lkw-Beteiligung (3 Prozent).

Bei rund einem Drittel der Lkw-Unfälle ist Übermüdung der Auslöser, bei einem weiteren Drittel mangelnde Konzentration. Mehr als die Hälfte der Lkw ist zu schnell unterwegs. Jeder vierte Lkw-Unfall wird außerdem durch unsachgemäße Ladungssicherung verursacht. Thann: "Die nachfolgenden Lenker und Beifahrer haben Glück, wenn sie mit dem Leben davonkommen, ihre Autos sind danach nicht mehr wieder zu erkennen."

Das KfV fordert u.a.:
- regelmäßige Abstands- und Geschwindigkeitsmessungen
- Lkw-Überholverbot auf unfallträchtigen Straßenabschnitten
- Strafe bei Nichteinhaltung der Lenk- und Ruhezeiten - nicht nur für Lenker, auch für Unternehmer
- verbesserte Aus- und Weiterbildung unter besonderer Berücksichtigung der Ladungssicherung
- obligatorische Einführung von Geschwindigkeitsbegrenzern für alle Lkw über 3,5 Tonnen.

Zwt.: 19 Todesopfer im Straßenverkehr während der vergangenen Woche

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 16 PKW-Insassen (davon 10 Lenker), 1 Motorrad-Lenker, 1 Radfahrer und 1 Fußgänger ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten nichtangepasste Geschwindigkeit (6), Vorrangverletzung (2), Unachtsamkeit (2), Überholen (1), Übermüdung (1) und Geisterfahrer (1) festgestellt werden. Bei 2 Verkehrsunfällen konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. 1 Radfahrer und 1 Fußgänger kamen durch Fremdverschulden ums Leben. 7 der 15 Verkehrsunfälle waren sogenannte Alleinunfälle. 2 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet. Vom 1. Jänner bis zum 3. Februar dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 63 Verkehrstote, im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 76 Menschen tödlich.

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