TV-Piraten: Welser Elektrohändler und Mitarbeiter vor Gericht

Polizei und Justiz ziehen Wirtschaftschädlinge zur Rechenschaft

Wien (OTS) - Im Kampf gegen den illegalen Vertrieb von gefälschten Empfangskarten für TV-Programme stehen nun auch Fälle in Österreich vor Gericht. Nach mehreren Hausdurchsuchungen konnten zahlreiche gefälschte "SmartCards" sicher gestellt sowie diverse Hardwarekomponenten beschlagnahmt werden. Gegen den Elektrohändler Johannes S. und einen Mitarbeiter der Firma aus dem Bezirk Wels wurden zivil- und strafrechtliche Klagen eingebracht. Voruntersuchungen gegen weitere Personen bzw. Firmen sind anhängig.

Johannes S. sowie der Mitarbeiter Michael R. gaben zu Protokoll, gefälschte SmartCards in Verbindung mit Digital-Receivern zu vertreiben. Im Geschäftslokal wurden Computer, Kartenlesegeräte, und Digital-Receiver sicher gestellt, die dies belegen. Die anhängigen Verfahren lauten auf Verstoß gegen das Zugangskontrollgesetz, Betriebsgeheimnisverletzung, Ausspionieren von Geschäftsgeheimnissen und Urheberrechtsverletzungen. Laut Rechtsanwalt Dr. Egon Engin-Deniz, Experte für gewerbliche Schutzrechte bei der Wiener Kanzlei CMS, droht den betroffenen Personen eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.

Nach Ansicht von Premiere Österreich Geschäftsführer Thomas Mischek liegt ein klarer Fall von Betrug vor. "Digitale Piraterie betrifft eine der zukunftsträchtigsten Felder der Medienbranche und schädigt weitere Bereiche der Wirtschaft". Wichtig, so Mischek, sei es auch die Interessen der Abonnenten zu wahren. "Schwarzsehen ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine betrügerische Handlung, die allen Fernsehzuschauern Schaden zufügt."

Die von der Polizei vorgenommenen Ermittlungen konzentrieren sich hauptsächlich auf den illegalen Handel, da dieser oft auch in Verbindung mit anderen kriminellen Handlungen im Zusammenhang steht. Im Fall des Welser Elektrohändlers musste auch festgestellt werden, dass zahlreiche Kunden unwissentlich betrogen worden sind. Der Vertrieb der illegalen Karten wurde nämlich teuer bezahlt: Die Kosten für den Digital-Receiver und der gefälschten Karte kamen auf über EUR 500,- während ein legales Abonnement EUR 420,- gekostet hätte (inkl. Digital Receiver, Garantie und Service). Viele der betrogenen Konsumenten wandten sich an den Sender Premiere um Hilfe, da die gefälschten Karten funktionsuntüchtig waren. Johannes S. gab zu, eigene wirtschaftliche Interessen mit dem illegalen Handel zu verfolgen.

Unterstützt wurde die Polizei bei der Vorbereitung durch Mitarbeiter von Premiere und der neuen Task Force "E-Security" der KirchGruppe. Die Task Force "E-Security" ist zuständig für alle operativen Maßnahmen des Medienkonzerns gegen die Smart-Card-Piraterie. Sie ermittelt eigenständig, unterstützt die Polizei bei ihrer Arbeit und erstattet in vielen Fällen Anzeige im Namen von Premiere und anderen europäischen Abo-TV-Anbietern. Außerdem analysiert sie die technische Sicherheit eingesetzter Verschlüsselungssysteme und beobachtet die Hacker- und Dealer-Szene. Weitere Polizeiaktionen und Ermittlungen in Österreich sind anhängig.

Rückfragen & Kontakt:

Michael Grimm
Unternehmenssprecher
Premiere Pay-TV-Programm Service- und Betriebs-GMBH
Kreitnergasse 5, A-1160 Wien
Tel.: +43/1/49 166-770
Fax: +43/1/49 166-795
michael.grimm@premiereworld.at
http://www.premiereworld.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEB/NEB/OTS