Ingrid Wendl: "Eiskunstlauf-Talente in Wien vorhanden"

Die Olympia-Dritte 1956 im Exklusivinterview

Wien, (OTS) Als Repräsentantin und zugleich Botschafterin Wiens ist Ingrid Wendl, Olympia-Bronzemedaillengewinnerin im Eiskunstlauf von Cortina d"Ampezzo 1956, auch bei diesen Winterspielen in Salt Lake City dabei. Doch es schmerzt die einstige so großartige Sportlerin sehr, dass diesmal keiner der österreichischen Eiskunstläufer in das ÖOC-Großaufgebot aufgenommen wurde.

In einem Interview gegenüber der RK nimmt Ingrid Wendl, die in ihrer 25-jährigen Karriere zudem Vize-Weltmeisterin, zweifache Europameisterin und oftfache Staatsmeisterin wurde, zur heutigen Situation in diesem Metier Stellung. Vergleiche zu damals, wo wir im Eiskunstlauf so großartige Erfolge erzielten, und heute? "Wenn ich heute zuschaue, dann halte ich den Atem an. Die Leistungen sind beeindruckend, wunderbar. Was Österreich betrifft, so denke ich jeden Tag nach, warum es bei uns nicht so funktioniert, wie wir es uns vorstellen. Wir denken zu wenig an Zusammenarbeit. Wir dividieren uns schon bei den Jugendlichen zwischen 10 und 12 auseinander. Es ist so schade, dass die ganze Teamarbeit, die Energie, verloren geht. Das ist vielleicht das Allerschwierigste, dass eine Gruppe von Menschen uneigennützig und mit der gewissen Offenherzigkeit auf ein Ziel hinarbeiten. Man müsste die Eitelkeiten hintanstellen, wenn das gelingen würde, dann sehe bei uns alles anders aus". Talente sind vorhanden? "Ohne Frage, die Talente sind da. Es ist ja nicht so, dass man in anderen Ländern andere Menschen produziert. Das stimmt ja nicht. Wir haben sehr gute 8- und 9-Jährige in unserer Stadt, aber wie gesagt, dann wird auseinander dividiert. Wenn da alle an einem Strang ziehen, dann würde es sicherlich wieder besser!" Wie war es damals in Cortina d" Ampezzo 56 bei den Spielen? "Da waren ganz andere Voraussetzungen, wo es keine Sicherheitsvorkehrungen gegeben hat, wo das Zentrum der Mittelpunkt dieser sportlichen Ereignisse war. Es waren vor allem wunderschöne Erfolge unserer Skiläufer, vor allem von Toni Sailer, von dem ich sehr geschwärmt habe. Ich habe das Glück gehabt, den Sport 25 Jahre lang auszuüben, zuerst als Amateur, dann als Profi. Und da muss ich noch hinzufügen: Man muss diese Einstellung haben, sich zu überwinden, zu quälen, denn nicht jeden Tag ist man bereit, zu trainieren. Wenn es wehtut, aber komischer Weise nach ein oder zwei Stunden sind die Schmerzen schon weg und die Freude wieder da. Diese Einstellung bleibt dir dann ein Leben lang und jetzt freut es mich natürlich sehr, dass ich teilnehmen kann an den Leistungen unserer Athleten bei den Spielen in den USA".

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o Österreichischer Eiskunstlauf-Verband:

www.asn.or.at/oeekv/home.htm

(Schluss) hof

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