Swoboda: Politik muss Architekturkultur mittragen

Wien (SK) "Ich bekenne mich dazu, dass es eine politische Verantwortung für Architektur gibt", so Hannes Swoboda, Vorsitzender der SPÖ-Fraktion im europäischen Parlament und Vorsitzender der Internationalen Expertenkommission "Historische Mitte Berlin", Freitag im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung zum Thema "Verhältnis von Architektur und Politik". Mit am Podium:
Planungsstadtrat Rudolf Schicker und der Präsident der deutschen Bundesarchitektenkammer, Peter Conradi. Moderiert wurde die Veranstaltung von Journalist Peter Huemer. "Die Politik muss die Architekturkultur mittragen", betonte Swoboda. Deshalb sei er dafür, dass die Politik auch in Jurys eingebunden werde. Aus dem Dialog heraus würden sich dann auch Projekte ergeben, die eine große Chance auf Realisierbarkeit hätten. ****

Die beiden Städte Wien und Berlin würden durch die EU-Osterweiterung in den Mittelpunkt Europas rücken. Auch mit modernen architektonischen Konzepten müsse man sich dieser neuen Situation anpassen. Die Politik habe dies bereits weitgehend begriffen, die Bevölkerung sei teilweise noch nicht so weit. Beide Städte haben gezeigt, dass es ein Architekturmodell braucht, dass länger Bestand hat. Am Beispiel des Museumsquartiers habe sich gezeigt, wie spannend es sein könne, wenn Altes auf Neues trifft. "Dieses Spannungsverhältnis herzustellen ist das Erfolgsrezept für die Stadtentwicklung", stellte der EU-Abgeordnete fest. Man dürfe sich durch die Vorgabe eines historischen Stadtzentrums nicht in ein zu enges Korsett zwängen lassen.

Oftmals würden Fehler in der Planung dem Architekten zugeschrieben. In Wien wären die derzeitigen inneren Probleme des Haas-Hauses nicht auf Fehler des Architekten zurückzuführen. Die Politik dürfe sich hier der Verantwortung nicht entziehen. "Das ist auch ein Fehler des Auftraggebers", konstatierte Swoboda.

Zum Thema Berlin merkte Swoboda an, dass es viel Verwunderung hervorgerufen habe, dass er sich für den historischen Entwurf, die Rekonstruktion des Stadtschlosses, ausgesprochen habe. Er sei jedoch der Meinung, dass die Debatte um architektonische Entwürfe oftmals zu ideologisch geführt werde. Er selbst würde mit dem Wiederaufbau des Schlosses keinerlei historischen Symbolismus verbinden, sondern er habe nur aus dem Blickwinkel des städtebaulichen Ensembles heraus argumentiert. "Wenn im Inneren moderne Internationale Kunst und Kultur präsentiert wird, wird ein Nationalkonservativer trotz historischer Fassade mit dem Gebäude nichts anfangen können", so Swoboda. (Schluss) sw

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