"Kleine Zeitung" Kommentar: "Schlussstrich" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 1.2.2002

Graz (OTS) - Spät, aber doch hat die Vernunft gesiegt. Der seit fast einem Jahr anhängige Rechtsstreit zwischen dem Kärntner Landeshauptmann und dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde wurde durch eine "außergerichtliche Generalbereinigung" beigelegt.

Anlässlich des Schlussstrichs soll man nicht mit Schuldzuweisungen hantieren. Doch bleibt festzuhalten, dass Jörg Haider den Konflikt mutwillig eskalieren ließ.

Dass in der Bierzeltstimmung Ausrutscher passieren, kennt man nicht nur von den Aschermittwochreden in Ried, die ein Abklatsch der Traditionsveranstaltungen in Passau sind. Perfid war jedoch, dass Haider sein Ariel-Wortspiel nicht als missglückten Witz zurücknahm, sondern im Wiener Wahlkampf sogar noch verstärkte.

Der Versuch, damit antisemitische Ressentiments zu mobilisieren, schlug erfreulicherweise fehl. Trotzdem mussten noch viele Monate ins Land ziehen, bis sich Haider dazu bequemte sich für seine Entgleisung durch gleich fünf Ehrenerklärungen zu entschuldigen.

Ob Haider tatsächlich lernfähig ist und seine Zunge besser in Zaum hält, wird er bald beweisen können. Am Aschermittwoch tritt er wieder in Ried auf.****

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