MOLTERER: STARTSCHUSS FÜR ZWEIJÄHRIGE FEUCHTGEBIETS-KAMPAGNE

Lebensministerium, ÖBF und Naturschutzbund starten "WasSerleben" zum Schutz von Österreichs WasSerlebensräumen Wien (OTS) Die Erhaltung unserer Wasserressourcen macht insbesondere auch Initiativen zur Erhaltung von Wasserlebensräumen notwendig. "Mehr Natur für Bäche, Flüsse, Seen, Moore und andere Feuchtgebiete" zu ermöglichen, ist ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Sicherung unseres Wasserhaushaltes. Das Lebensministerium, die Österreichischen Bundesforste und der Naturschutzbund Österreich wollen in einer gemeinsamen, auf zwei Jahre angelegten Kampagne das Bewusstsein schärfen und Beiträge zur Verbesserung von Österreichs WasSerlebensräumen leisten. Dies erklärte Umwelt- und Wasserwirtschaftsminister Mag. Wilhelm Molterer in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Dr. Georg Erlacher, Vorstand der Österreichischen Bundesforste AG, und dem Prof. Dr. Stüber, Präsident des Naturschutzbundes Österreich. ****

Am 2.2.2002, dem "Welt - Feuchtgebietstag" fällt der Startschuss zur Kampagne, die deutlich machen soll, dass Österreichs WasSerlebensräume voller biologischer Vielfalt, gleichzeitig aber noch immer in ihrer Existenz bedroht sind. Österreich besitzt 281 Moore von internationaler Bedeutung sowie weitere 265 Moore mit nationaler Bedeutung. Gemessen an der Größe des Landes ist das eine stattliche Anzahl. 38 % aller Vogelarten und 33 % aller Pflanzenarten sind auf die Existenz von Feuchtgebieten angewiesen. Feuchtgebiete haben somit vielfältige unverzichtbare Funktionen: Sie sind wichtige Wasserspeicher und Wasserrückhalteräume und tragen damit auf natürliche Weise zum Hochwasserschutz bei. Sie sind auch wesentliche Bestandteile des Landschaftshaushaltes, sind Zentren der Artenvielfalt und dienen außerdem der Erholung der Bevölkerung. Ihre Erhaltung liegt daher im Interesse Österreichs, führte Molterer weiter aus.

Das Jahr 2002 ist auch ein für die Anliegen des Naturschutzes auf internationaler Ebene besonders Jahr. Heuer finden mehrere internationale Veranstaltungen statt, bei denen die Frage der Erhaltung von Feuchtgebieten als wichtiger Teil der Erhaltung der biologischen Vielfalt eine Rolle spielt. An erster Stelle ist die 8. Vertragsstaatenkonferenz zum "RAMSAR-Übereinkommen über den Schutz der Feuchtgebiete" im November in Valencia zu nennen, weiters die 6. Vertragsstaatenkonferenz zur Konvention über die Biologische Vielfalt im April in Den Haag. Im August 2002 steht der in Johannesburg stattfindenden "Rio+10"-Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung (WSSD) auf dem Programm, der Biodiversität kommt dabei eine besondere Rolle zu.

Mit der Kampagne sollen internationale Verpflichtungen umgesetzt, andererseits ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung Österreichs Wasserreichtum geleistet werden. Daher hat sich das Lebensministerium zwei starke Partner ausgesucht. Einerseits die Österreichischen Bundesforste, die größter Grundbesitzer Österreichs sind, eine Vielzahl sensibler Regionen und Wasserressourcen zu verwalten haben und der Naturschutzaktivitäten auch in ihrem Unternehmenskonzept verankert haben; andererseits den Naturschutzbund Österreich, der sich seit vielen Jahren durch zahlreiche Aktionen mit freiwillig Engagierten um den Lebensraumschutz an der Basis bemüht, sagte Molterer.

Im Rahmen dieser Kampagne sollen konkret folgende Ziele erreicht werden:
- Die Bewusstseinsbildung über den Wert und die Bedeutung von Feuchtgebieten stärken. Eine wichtige Zielgruppe sind dabei junge Menschen, daher wird die Kampagne einen Schwerpunkt im Schulbereich setzen; die neue Internet-Seite www.feuchtgebiete.at / www.ramsar.at wird die Kampagne mit konkreten Informationen unterstützen.
- Die internationale Zusammenarbeit forcieren. Dazu werden insbesondere im geplanten trilateralen RAMSAR-Gebiet "Donau-March-Thaya-Auen" gemeinsam mit Tschechien und der Slowakei Aktivitäten gesetzt werden.
- Weitere Maßnahmen zur Flächensicherung setzen. Zu den 10 RAMSAR-Gebieten mit insgesamt 115.000 Hektar sollen weitere RAMSAR-Gebiete nominiert werden. Insbesondere soll das Lafnitztal an der burgenländisch-steirischen Grenze als 11. RAMSAR-Gebiet verwirklicht werden.
- Die Feuchtgebietsausstattung und -qualität verbessern. Neben den bisherigen Aktivitäten zur Erhaltung von Feuchtgebieten - u. a. 21 in Österreich bereits gestarteten LIFE-Natur-Projekten - besteht das erklärte Ziel der Kampagne darin, dass die drei Partner gemeinsam mit den Bundesländern weitere gemeinsame Projekte ausarbeiten und umsetzen. Das neue agrarische Umweltprogramm ÖPUL 2000 enthält ebenfalls Ansatzpunkte für die Erhaltung von kleinflächigen Feuchtgebieten.

Der Naturschutzbund Österreich hat es dankenswerter Weise übernommen, für die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen die Steuerungs- und Koordinierungsaufgaben zu übernehmen. Gemeinsam mit den Aktivitäten der Österreichischen Bundesforste sollten daher in den nächsten zwei Jahren herzeigbare Erfolge erzielbar sein, sagte Molterer abschließend.

Nähere Informationen zum Projekt WasSerleben erhalten Sie beim NATURSCHUTZBUND Österreich, Museumsplatz 2, A-5020 Salzburg, Tel:
0662/64 29 09, Fax: 0662/64 37 344, wasserleben@naturschutzbund.at

Internet-Infos zur Kampagne: www.feuchtgebiete.at und www.ramsar.at Allgemeins Infos über Wasser und Ramsar: www.wassernet.at, www.naturschutzbund.at, www.lebensministerium.at, www.oebf.at.

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