Kooperation WWF und Fachverband der Stein- und keramischen Industrie: Kreuzkröte, Triel und Co vor dem Aussterben bewahrt! Erfolgreiche 3-Jahres-Bilanz für die Natur

Wien (OTS) - Gemeinsam ziehen heute der WWF Österreich und der Fachverband der Stein- und keramischen Industrie Bilanz über 3 Jahre erfolgreiche und folgenreiche Kooperation. "Eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Partnerschaft zwischen Schützern und Nützern, die für Kreuzkröte, Triel und Co Überlebensräume schafft," so Dr. Günther Lutschinger, WWF Geschäftsführer. Die Zusammenarbeit gestaltete sich sehr mannigfalt ig: von Bewusstseinsbildung über Schulprojekte bis hin zu konkreten Schutzmaßnahmen für bedrohte Tierarten. "Bei unseren Mitgliedsbetrieben ist bereits ein Umdenkprozess, aber auch großer Stolz auf die besonderen tierischen Gäste festzustellen," freut sich Dr. Carl Hennrich, Geschäftsführer des Fachverbandes der Stein- und keramischen Industrie.

Öffentlichkeit schaffen ...

Die Universum Dokumentation "Spuren im Sand" war der viel beachtete Startschuss für die Kooperation. Mehr als 880.000 ZuseherInnen waren von der Vielfalt und Einzigartigkeit des Lebensraumes Steinbruch, Sand- und Kiesgrube fasziniert. Dass die Gewinnung von heimischen Bodenschätzen einen Eingriff in die Natur bedeutet, war bis dahin allen bewusst. Aber dass dadurch neue Lebensräume für höchst seltene Tier- und Pflanzenar ten entstehen können, wurde erst durch diesen Film und die begleitenden Unterrichtsmaterialien offensichtlich.

Erfolge für Kreuzkröte, Triel und Co

Die Kreuzkröte, das bedrohteste Amphib in Österreich, konnte nur durch das Modellprojekt im Waldviertel vor dem Aussterben bewahrt werden. Gemeinsam mit dem Kiesunternehmen, das die letzten österreichischen Vorkommen beherbergt, wurden ihre Laichgewässer gesichert und ausgebaut. Damit ist der erste wichtige Schritt geschafft.

Für den Uhu, unsere größte heimische Eulenart, wurde ein oberösterreichischer Steinbruch zur zweiten Heimat. Hier konnten dank der Gebietsberuhigung und der Verbesserung des Nahrungsangebotes bereits mehrere erfolgreiche Bruten verzeichnet werden.

Die Kinderstube der Bienenfresser am Hundsheimer Berg in NÖ wurde gemeinsam revitalisiert. Abgraben und Freihalten der Brutwände waren hier dringend notwendig, um diesem farbenprächtigen Sommergast das Brüten zu ermöglichen. Die Errichtung eines versteckten Besucherstandes lässt nun auch interessierte Beobachter am Leben der Bienenfresser teilnehmen.

Die wärmeliebende Wechselkröte wird mit besonderer Fürsorge in einer Kärntner Kiesgrube bedacht. Eigens angelegte Laichtümpel werden regelmäßig kontrolliert, um bei Trockenheit durch rasches Eingreifen die Kaulquappen zu retten. Der Bestand ist nun in diesem Idyll gesichert.

In Niederösterreich hat der Triel die letzten Refugien gefunden. Sand- und Kiesgruben bieten dem Bodenbrüter eine optimale Ersatzheimat. Durch die hervorragende Zusammenarbeit werden Schotterflächen und Kiestrockenra sen offen gehalten und ruhig gestellt, damit der Triel die letzte Chance zum Überleben auch nutzen kann.

Neuestes Patenkind des Fachverbandes ist die Libelle. Zusammen mit 15 Schulklassen in ganz Österreich werden in aufgelassenen Bereichen von Gewinnungsstätten kleine Paradiese für die selten gewordenen Flugküns tler geschaffen. Dabei profitieren in erster Linie die Natur, aber auch die Schulkinder beim projektorientierten Unterricht und letztendlich auch die Unternehmen.

Die Verantwortung wahrnehmen...
In Österreich sind verteilt über alle Bundesländer ca. 180 Steinbrüche und über 900 Sand-, Kies- und Tongruben angesiedelt. Die Gewinnung von mineralischen Rohstoffen ist klarerweise ein Eingriff in die Landschaft . Aber oftmals entstehen in aufgelassenen Bereichen neue Lebensräume - wichtige ökologische Nischen. "Umwelt- und Naturschutz sind keine Option für die Gesellschaft, sondern eine Verpflichtung für mich und meine KollegInnen" betont Mag. Ursula Huber-Wilhelm, Prokuristin der Welser Kieswerke Treul & Co. Ges.m.b.H. Die Rohstoff gewinnenden Unternehmen sind sich ihrer Verantwortung bewusst, sie wenden viel Zeit und Geld auf, um die Interessen des Naturschutzes zu wahren.

"Wir sind stolz, heute gemeinsam mit dem WWF bereits die ersten Erfolge dieser Zusammenarbeit präsentieren zu können. Diese einzigartige Kooperation hat gezeigt, dass in kurzer Zeit Berührungsängste zu Umweltschutzorganisationen abgebaut werden konnten - denn viele der Unternehmen suchen bereits von sich aus den Kontakt für gemeinsame Projekte," so Hennrich.

Rückfragen & Kontakt:

Fachverband der Stein- und keramischen Industrie,
Mag. Robert Wasserbacher,
Tel.:01/501 05 35 34
WWF Österreich,
Monika Mörth,
Tel.: 01/488 17-280 oder 0676/325 1938

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