Biotechnologie in Österreich: Großes Potenzial Life Science Circle diskutiert BCG-Studie

Wien (OTS) - Aktives Engagement und Start-Finanzierung für junge Unternehmen durch die öffentliche Hand sind wesentliche Voraussetzungen für die Errichtung eines international konkurrenzfähigen Biotech-Clusters in Österreich. Zu diesem Schluss kommt die Studie "Position und Perspektiven von Österreich in der Biotechnologie" von The Boston Consulting Group (BCG), die im Mittelpunkt des 4. "Life Science Circle", der Plattform des Impulsprogramms Biotechnologie für die österreichische Life Science Community, stand. Diesen Ansatz unterstützt auch Sonja Hammerschmid, Leiterin des Impulsprogramms Biotechnologie der Innovationsagentur mit Nachdruck: "Unsere Erfahrungen als operative Drehscheibe für Fragen der Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen im Bereich Biotechnologie zeigen, dass in Punkto Finanzierung weiterhin Handlungsbedarf besteht." Nur so könne Österreich das vorhandene große Potenzial des wirtschaftlichen Hoffnungsträgers Biotechnologie nützen.

An international konkurrenzfähigen Projekten mangelt es in Österreich nämlich nicht. Bester Beweis sind die Ergebnisse des vom Impulsprogramm im Vorjahr veranstalteten internationalen Businessplan-Wettbewerbs "BOB - Best of Biotech"

( http://www.bestofbiotech.at ). Der im Oktober 2001 zu Ende gegangene Bewerb brachte herausragende Resultate auf dem Gebiet der medizinischen Biotechnologie sowie zahlreiche Unternehmensgründungen. "Beide Hauptpreisträger, die Universitätsprofessoren Kurt Zatloukal aus Graz und Peter Petzlbauer aus Wien, haben bereits 2001 ihre Biotech-Start-ups 'Oridis' und 'Fibrex' gegründet", freut sich Hammerschmid. Positiv beurteilt wird "BOB" auch in der BCG-Studie, die zur gezielten Förderung angehender Biotech-Start-ups u. a. die dauerhafte und medienwirksame Etablierung von Anreizsystemen empfiehlt.

Medizinische Biotechnologie hat größtes Potenzial

Dass der Schwerpunkt der Sieger-Projekte von "Best of Biotech" auf der medizinischen (roten) Biotechnologie liegt, ist kein Zufall. Die BCG-Analysten prognostizieren der roten Biotechnologie in Österreich eine jährliche Wertschöpfung in der Forschung von rund 1,6 Milliarden Euro bis ins Jahr 2015. Gleichzeitig werden die Arbeitsplätze in diesem Biotechnologie-Segment von derzeit ca. 300 auf 2.500 Arbeitsplätze in 2015 anwachsen. Eine positive Beschäftigungsentwicklung auf vor- und nachgelagerte Wertschöpfungsschritte ist ebenfalls zu erwarten: So könnten im selben Zeitraum ca. 5.000 neue Arbeitsplätze in der Entwicklung und jeweils 2.500 in der Produktion und technischen Dienstleistung geschaffen werden.

Standort Wien mit besten Voraussetzungen

Wie die Untersuchung von BCG ergab, liegt Wien als Standort mit internationalem Potenzial deutlich vor den anderen österreichischen Städten. Die wissenschaftlichen Aktivitäten - Biotechnologie ist ein besonders forschungsintensiver Bereich - sind klar in Wien konzentriert. Mit 69 Prozent ist der Anteil der Wiener an den veröffentlichten Forschungsergebnissen im Bereich Life Science in Österreich am höchsten. Zudem sind 80 Prozent der Start-ups und 75 Prozent der etablierten Unternehmen in der Bundeshauptstadt angesiedelt. Rainer Reich, Geschäftsführer von BCG in Wien: "Weltweit betrachtet, liegt Wien als Biotech-Forschungsstätte auf Platz 37, das Ranking wird von Boston, New York und London angeführt".

Erfolg eines Clusters von sechs Faktoren abhängig

BCG definiert sechs entscheidende Faktoren, die den Erfolg eines Clusters ausmachen: "Neben der Sicherstellung der Start-Finanzierung für junge Unternehmen ist eine markt- und leistungsorientierte Forschung notwendig. Weiters von Bedeutung sind der reibungslose Technologietransfer der Wissenschaft in die Wirtschaft, eine gut aufgestellte Infrastruktur, genügend Facharbeitskräfte und ein 'integrierendes Element', das Cluster-Management betreibt und den Aufbau einer internationalen Marke forciert", erklärt Reich.

Die in der Studie thematisierte Institutionalisierung des Technologietransfers von der Wissenschaft in die Wirtschaft ist bereits ein Schwerpunkt der Aktivitäten der Innovationsagentur, die im Rahmen ihres Bereichs "Tecma" Forschern Hilfestellung bei der Patentierung und Verwertung von Forschungsergebnissen anbietet. Auch hinsichtlich des von BCG geforderten Clustermanagements setzt das Impulsprogramm Biotechnologie für die Vienna Region bereits konkrete Schritte: Im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft werden das ZIT -Zentrum für Innovation und Technologie der Stadt Wien und die Innovationsagentur das Management des Wiener Life Science Standortes in Zukunft gemeinsam betreuen.

Die Innovationsagentur - neben dem Wirtschafts- und dem Wissenschaftsministerium, der Österreichischen Gesellschaft für Biotechnologie, dem Rat für Forschung und Technologieentwicklung, dem Wiener Wirtschaftsförderungsfonds und dem Zentrum für Innovation und Technologie (ZIT) - einer der Auftraggeber der Studie, zeigt sich mit den Ergebnissen zufrieden. Hammerschmid: "Wir sehen unser Konzept bestätigt. Das Impulsprogramm Biotechnologie wird auch in Zukunft als 'One-Stop-Shop' dafür sorgen, dass international konkurrenzfähige österreichische Forschungsergebnisse erfolgreich in die wirtschaftliche Praxis umgesetzt werden."

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Sonja Hammerschmid / Dr. Mathias Drexler
Impulsprogramm Biotechnologie der
Innovationsagentur
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Telefon 01/216 52 93-345
shammerschmid@innovation.co.at
mdrexler@innovation.co.at
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