Massive VIER PFOTEN-Kritik an Agrarlandesrat Rittsteuer: Verlängerung der Käfighaltung schadet Bauern & Hühnern

Wien/Eisenstadt (OTS) - Massive Kritik an Burgenlands
Agrarlandesrat Paul Rittsteuer (ÖVP) kam heute von der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN. Trotz der einmaligen Gelegenheit, die Käfighaltung von Hühnern auch im Burgenland zu beenden, blockiert der Landespolitiker Verbesserungen in der Legehennen-Haltung mit aller Vehemenz.

Bis zum Ende des letzten Jahres wäre die Legehennen-Richtlinie der EU in nationales Recht umzusetzen gewesen. Diese Richtlinie war vor mehr als zwei Jahren nach zähem Ringen in Brüssel beschlossen worden und schreibt ohnedies nur äußerst dürftige Verbesserungen in der Käfighaltung von Hühnern vor. Schon allein deshalb dürfen und sollen die nationalen Gesetze deutlich über die von Brüssel verordneten Mindeststandards hinausgehen.

Angesichts dessen empfindet die VIER PFOTEN-Nutztierexpertin Mona Naderer die Blockade-Politik Rittsteuers als geradezu unfassbare Frechheit: "Zunächst lässt der Agrarlandesrat eine Frist von rund zweieinhalb Jahren völlig ungenutzt verstreichen und nun führt er sein Versäumnis als fadenscheiniges Argument ins Treffen, um weiterhin Hühner in Käfigen vor sich hin vegetieren zu lassen."

Sogar Berechnungen der Geflügelwirtschaft zufolge bietet der Umstieg auf die neuen Käfige keinen wirtschaftlichen Vorteil gegenüber einem solchen auf Bodenhaltung. Somit führt Landesrat Rittsteuer "seine" Bauern in eine Sackgasse, weil er es verabsäumt, die Weichen in Richtung zukunftsfähiger Haltungssysteme zu stellen.

Gerade angesichts des deutschen Käfigverbots würden die burgenländischen Freilandbauern jede Rückendeckung brauchen, die sie zur Zeit bekommen können. Und die Noch-Käfigbetreiber/innen benötigen eine klare Umstiegsmotivation, weil gegenüber den großen Produzenten von Käfigeiern in der EU (vor allem Holland) sowie in den Beitrittsländern - hier v. a. Ungarn - nationale Marktanteile ohnedies fast ausschließlich im alternativen Haltungssektor gewahrt bleiben können.

Denn immerhin ist Österreich bei Bodenhaltungs- und Freilandeiern - nach Dänemark - noch die Nummer zwei innerhalb der EU. Bei kurzsichtigen Landespolitikern wie Rittsteuer wird man sich dann "bedanken" dürfen, wenn diese Spitzenposition in absehbarer Zeit verloren geht.

Allzu leicht will es VIER PFOTEN-Mitarbeiterin Naderer dem burgenländischen Agrarlandesrat jedenfalls nicht machen: "Wir prüfen bereits ernsthaft, eine Beschwerde bei der EU-Kommission zu deponieren, weil wir davon ausgehen müssen, dass Landesrat Rittsteuer noch nicht einmal die bis Ende letzten Jahres fällige Legehennen-Richtlinie umgesetzt hat."

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