Morak gibt Startschuss für die Digitale Plattform Austria

"Weichenstellung für die Österreichische Medienbranche"

Wien (OTS) - "Mit der Konstituierung der "Digitalen Plattform Austria" erfolgt eine Weichenstellung für die Österreichische Medienbranche. Damit ist ein erster Schritt in Richtung digitales Österreich getan", so Medienstaatssekretär Franz Morak, heute, Dienstag, anlässlich der Eröffnung der Auftaktveranstaltung für die "Digitale Plattform Austria".

Der "Digitalen Plattform Austria" komme eine Schlüsselfunktion zu, da sie die zentralen Parameter auszuarbeiten haben wird, die es bei der Umstellung von der analogen auf die digitale Verbreitungstechnologie im Rundfunkbereich in diesem Lande zu beachten gilt. Es gehe nicht einfach um die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben, vielmehr soll die "Digitale Plattform Austria", so Morak weiter, "Ausdruck des neuen Weges sein, den wir in der Medienpolitik gehen werden: Medienpolitische Entscheidungsprozesse und Entwicklungen auf breiter Basis zu diskutieren, unter Einbeziehung aller betroffenen Kreise", betonte der Staatssekretär. Umso erfreulicher sei es, dass rund 200 Unternehmen und Organisationen aus Wirtschaft und Industrie an der Arbeitsgemeinschaft "Digitale Plattform Austria" teilnehmen werden.

Morak verwies in seiner Rede auch darauf, dass die Zukunft des Fernsehens zwar der digitalen Technik gehören werde, aber noch viele Fragen offen seien, wie etwa die Frage nach dem Zeitpunkt der vollständigen Digitalisierung, welche neuen Angebote sich durchsetzen und welche Veränderungen damit für das vorhandene Programmangebot verbunden sein werden. "Mit Sicherheit werden wir juristisches, technisches und ökonomisches Neuland betreten, wo die Wege, die zu beschreiten sind, nicht immer beschildert sein werden" , so Morak.

In seinen Ausführungen kündigte der Staatssekretär an, dass sich Österreich intensiv an der diesbezüglichen Debatte im Rahmen der Europäischen Union beteiligen werde. Auch wenn es eine Strategie zu entwickeln gelte, die sich an den spezifischen Erfordernissen des österreichischen Marktes orientiere, "sind nationale Alleingänge schon angesichts der globalen Dimension der Entwicklung unmöglich" so Morak weiter. "Die Digitalisierungsdebatte kann für uns eine große Chance bedeuten: Noch können wir auf den Zug aufspringen und das Image ablegen, Österreich hinke in der Medienentwicklung ständig nach. Eine innovative Digitalisierungsstrategie, die sich offensiv der neuen Entwicklungen am elektronischen Kommunikationsmarkt annimmt, ist von Nöten, wenn sich Österreich, wie wir es uns zum Ziel gesetzt haben, zum internationalen Medienstandort entwickeln soll" betonte Morak. Wenn es in Berlin möglich sei, die analoge Verbreitung bis Ende 2003 einzustellen, dann sollten wir ein ähnlich ambitioniertes Vorhaben auch hier zu Lande für die Ballungsräume ins Auge fassen, appellierte Morak.

Morak wies nochmals auf die Entwicklungen auf europäischer Ebene hin, wo voraussichtlich bereits im März dieses Jahres der Konsultationsprozess zur Revision der Richtlinie "Fernsehen ohne Grenzen" beginnen wird. Diese Diskussion werde dem konvergenten Medienumfeld mit Sicherheit Rechnung tragen müssen. "Wir gehen davon aus, dass die Kommission vorwiegend der Frage nachgehen wird, wie neue Dienste, z.B. "Video on Demand", Fernsehen über das Handy, interaktives Pay-TV, regulatorisch erfasst werden sollen" kündigte Morak an.

Gerade das EU-Richtlinienpaket im Telekommunikationsbereich,
das bereits unmittelbar vor der formellen Verabschiedung steht, so Morak, zeige, "dass die so genannte "Access"-Problematik, die Frage nach dem Zugang zur Information, ein ganz zentrales Thema der Medienpolitik sein muss. Wir wissen, dass gerade beim digitalen Fernsehen an jeder Stufe der Verwertungskette gewissermaßen Türen sind, die es zu öffnen gilt. Nun kann man bekanntlich eine Tür sehr einfach mit der Hand öffnen, um den nächsten Raum zu betreten. Man kann aber auch vor einer Türe stehen, die nur mit einem bestimmten Code zu öffnen ist, und nur der, der den Code kennt, kann in den nächsten Raum gelangen. Wir müssen sicherstellen, dass möglichst alle diesen Code erhalten! Wir müssen regulatorisch sicherstellen, dass sowohl den Inhalteanbietern der Zugang zur Infrastruktur als auch den Konsumenten der Zugang zu den Empfangseinrichtungen und zu den Inhalten - was künftig noch im Free-TV, was nur mehr gegen Bezahlung zu empfangen ist - ermöglicht wird" so Morak abschließend.

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