Österreichische Bekleidungsindustrie avanciert zum erfolgreichen Global Player

Ehrlich: "Erfreuliche Exportzuwächse beweisen die Leistungsfähigkeit unserer Branche"

Wien (PWK076) - "Die nunmehr vorliegenden Außenhandelsergebnisse für das erste Halbjahr 2001 beweisen einmal mehr, dass die österreichische Bekleidungsindustrie ihre internationale Ausrichtung aktiv und erfolgreich vorantreibt", zeigt sich der Präsident des Fachverbandes der österreichischen Bekleidungsindustrie, Wilhelm Ehrlich (Fa. Sportalm), mit einem Exportplus von 4% auf 676 Mio Euro zufrieden.

Hauptmarkt war Deutschland mit einer Steigerung von 11% auf 262 Mio Euro. Da der deutsche Markt besonders umkämpft ist, sind aus Sicht des Fachverbandes die dort erzielten Zuwächse ein deutliches Zeichen für die modische Kompetenz österreichischer Anbieter. Im Exportranking liegt die Modehochburg Frankreich an zweiter Stelle (+16% auf 62 Mio Euro), gefolgt von der Schweiz, Großbritannien und Italien.

Zusätzlich zu allen europäischen Märkten exportierten die österreichischen Modeerzeuger in die USA (1-6 2001: 6,1 Mio Euro, +19%), nach Russland (3 Mio Euro, -3%), nach Japan (2,9 Mio Euro, +13%), Australien (1,8 Mio Euro, +42%) und in zahlreiche andere Überseedestinationen.

Der harte Preiswettbewerb in vielen Märkten, welcher durch weiteres Vordringen zahlreicher Großfilialisten sowie steigende Fernostimporte bedingt ist, beeinflusst aber laut Komm.Rat. Ing. Ehrlich die Ertragslage der Mitgliedsfirmen seines Verbandes.

Im ersten Halbjahr 2001 sind Bekleidungsimporte (insgesamt 1,547 Mrd Euro) um 8,9% gestiegen. Während die Lieferungen aus Deutschland und Italien praktisch stagnierten, wuchsen die Importe aus China um 6,4% auf 116 Mio Euro, aus der Türkei um 15% auf 87 Mio Euro, aus Hongkong um 19% auf 42 Mio Euro sowie aus Bangladesh um 35% auf 33 Mio Euro.

Der Fachverband der Bekleidungsindustrie befürchtet nach dem bevorstehenden Auslaufen der Importquoten für Bekleidung aus Billigländern ein weiteres Ansteigen asiatischer Lieferungen nach Österreich und Europa. Dies ist für zahlreiche im mittleren Segment angesiedelte Mitgliedsfirmen ein großer Nachteil. Negative Konsequenzen ergeben sich aber auch für die Bekleidungsindustrien in EU-Beitrittskandidaten, deren Chancen als Lohnarbeitspartner der EU-Industrie aber auch als Exporteure in die EU durch die asiatische Konkurrenz deutlich und nachhaltig verringert werden.

Der Geschäftsführer des Fachverbandes, Franz J. Pitnik, fordert daher als Ausgleich für die Liberalisierung des Quotenwesens auch eine Liberalisierung der Vorschriften des Zollrechtes zugunsten der Bekleidungsindustrie. Die Branche ist nicht zuletzt auf Betreiben der Vorstufe als einzige Konsumgüterindustrie bei der Auswahl ihrer Vormaterialien insbesondere für die notwendige Auslandsproduktion diskriminiert.

Auch sollten die Bemühungen der WKÖ zur Entschärfung des vorliegenden Basel II Entwurfes weiter vorangetrieben werden, um eine Verschlechterung der Fremdkapitalbeschaffung für die mittelständische Bekleidungsindustrie sowie für deren Kunden, den Fachhandel, zu verhindern.

Pitnik betont, dass die Bekleidungsindustrie auf Grund ihrer internationalen Beschaffungs- und Vertriebsstruktur auch in Zukunft zahlreiche interessante Jobchancen insbesondere für weltoffene Nachwuchskräfte bietet. (MH)

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Fachverband der Bekleidungsindustrie
Franz J. Pitnik
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