"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Kurzschluss-Gefahr" (Von Alois Vahrner)

Ausgabe vom 29. 1. 2002

Innsbruck (OTS) - Bis Mitte Februar soll die endgültige Einigung von Tiwag und Innsbrucker Kommunalbetrieben über die geplante Stromehe unter Dach und Fach sein. Ende Februar würden dann die Verträge unterschrieben. In drei Stufen soll es bis hin zur totalen Fusion der beiden größten Tiroler Energieversorger gehen, ein Geschäft mit einem Transaktionswert von immerhin rund 591 Millionen Euro oder 8 Milliarden Schilling.

Immer lauter kommt aber von Tiroler Politikern und teilweise auch von den beteiligten Unternehmen die Sorge über einen angeblich drohenden Politfall "Hypo II". Und dies, obwohl alle maßgeblichen Tiroler Politiker im Gegensatz zu damals öffentlich hinter dieser "Tiroler Lösung" stehen.

Ist die Angst unbegründete Hypo-chondrie oder steht den Tirolern das nächst unappetitliche Polit-Ränkespiel ins Haus? Fest steht, dass die im übrigen schon vor dem Hypo-Streit begonnenen Gespräche bisher sehr ruhig und professionell abgelaufen sind. Nicht nur wegen der für Tiroler Verhältnisse gewaltigen Transaktionssummen müssen Eigentümervertreter, Aufsichtsräte und Vorstände von Tiwag und IKB versuchen, das Beste für ihre Unternehmen herauszuholen. Auch wenn es noch eine Reihe offener Fragen gibt und die Gespräche zuletzt ins Stocken geraten sind: Am Sinn eines starken Tiroler Energiekonzerns sollte aus Landessicht ja kein Zweifel bestehen.

Unbestritten ist freilich auch, dass die Wunden des Politdesaters rund um die geplatzte Hypo-Holding mit der Südtiroler Sparkasse alles andere als verheilt sind. Hinter vorgehaltener Hand wird so über eine angeblich drohende Retourkutsche von LH Weingartner gegen LHStv. und Tiwag-Aufsichtsratsboss Ferdinand Eberle und VP-Obmann Herwig van Staa spekuliert. Ob das von Weingartner verlangte weitere Gutachten dazu der Aufgalopp ist, wird sich herausstellen. Der Streit mit Gutachten ist aus der heißen Hypo-Streitphase noch in schlechtester Erinnerung...

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