MAZEDONIEN BRAUCHT ZUR STABILISIERUNG INTERNATIONALE PARTNERSCHAFT Außenminister Casule: Österreich ist das Tor Mazedoniens nach Europa

Wien (PK) - Der mazedonische Außenminister Slobodan Casule hat im Rahmen seines offiziellen dreitägigen Österreich-Aufenthaltes heute das Parlament besucht. Nationalratspräsident Heinz Fischer begrüßte den Gast herzlich und bat ihn zu einem Gedankenaustausch, in dessen Mittelpunkt die aktuellen Entwicklungen in Mazedonien standen.

Außenminister Casule berichtete über die gestern erfolgte Zustimmung des Parlamentes in Skopje zu der im Ohrid-Friedensabkommen vorgesehenen kommunalen Selbstverwaltung. Auf dem Weg zur Lösung der Probleme seines Landes werde es nun notwendig sein, das Vertrauen der Menschen für dieses Friedensmodell zu gewinnen. Dafür werde Zeit und Geduld nötig sein, sagte der mazedonische Minister und betonte, wie wichtig die Partnerschaft der internationalen Gemeinschaft im Prozess der ökonomischen, sozialen und politischen Stabilisierung seines Landes seien. Konkret nannte Außenminister Casule die Projekte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sowie der Europäischen Union und bat Österreich, das er als "Mazedoniens Tor nach Europa" bezeichnete, um rasche Ratifikation des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens der Europäischen Union mit Mazedonien. Prosperität und Stabilität hingen in Mazedonien eng zusammen, es gelte daher, den Kreislauf "Prosperität schafft Stabilität und Stabilität schafft Prosperität" durch positive Signale der internationalen Gemeinschaft zu fördern. - Nationalratspräsident Fischer wies darauf hin, dass das Assoziierungsabkommen mit der EU derzeit begutachtet werde und sagte seinem Gast ein sorgfältiges, faires und rasches Verfahren im österreichischen Parlament zu.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs wandten sich Präsident Fischer und Minister Casule Wahlrechtsproblemen zu, da in Mazedonien derzeit über ein neues Wahlsystem diskutiert werde, das noch vor den Parlamentswahlen im Oktober eingeführt werden soll. Der mazedonische Gast informierte sich über das österreichische Wahlrecht sowie über dessen Entstehungsgeschichte und berichtete von der Absicht seiner Regierung, in Mazedonien Elemente des Verhältniswahlrechts und des Mehrheitswahlrechts vorteilhaft miteinander zu verbinden. Dabei sah Casule es als einen Vorteil des Verhältniswahlrechts an, "dass Koalitionsregierungen einer stärkeren parlamentarischen Kontrolle unterliegen als die Regierungen in Zweiparteiensystemen".

Außenminister Slobodan Casule wird morgen Mittag in seine mazedonische Heimat zurückkehren. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Eine Aussendung der Parlamentskorrespondenz
Tel. +43 1 40110/2272, Fax. +43 1 40110/2640
e-Mail: pk@parlament.gv.at, Internet: http://www.parlament.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPA/02