"Kleine Zeitung" Kommentar: "Elferfrage" (von Ulrich Stocker)

Ausgabe vom 26.1.2002

Graz (OTS) - Dass es ihn gibt, ist positiv. Der neue Generalverkehrsplan ist ein gutes Regelwerk für eine sinnvolle Politik.

Spät, aber doch beginnt man in europäischen Zusammenhängen zu planen. Übergeordnete Korridore und Knoten werden herausgestellt, denen die Detailprojekte untergeordnet sind. Verfahren werden deutlich verkürzt. Das sind begrüßenswerte Ziele. Der Teufel steckt aber im Detail. Die Regierung will mit klotzigen Zahlen imponieren. 17 Milliarden Euro (240 Milliarden Schilling) würden investiert. Das ist relativ. Die Summe betrifft einen Horizont von zehn Jahren und reicht weit über die amtierende Regierung hinaus. Eine Finanzierung durch eine Kilometermaut zeichnet sich nur für den Autobahnbau ab.

Für die Bahn ist im Budget kein zusätzliches Geld da. Man setzt vage auf Privatfirmen als Partner, die höhere Benutzerentgelte einspielen. Das könnte sich rasch als frommer Wunsch herausstellen. Ein früherer Versuch beim Semmeringtunnel endete ernüchternd.

Es klingt schön, dass der Donau- und der Südkorridor erste Priorität haben. Aber wie baut man die Südstrecke ohne Semmeringtunnel aus? Die Elferfrage blieb auch ohne Antwort.****

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