Holzmann: Wissenschaft, Qualifikation, Beschäftigung - Netzwerke der Zukunft

Wien (SK) Andrea Holzmann-Jenkins, wissenschaftliche Leiterin des Wissenschaftszentrum Wien (WZW) referierte beim SPÖ-Wirtschaftskonvent am Freitag über Aspekte der Innovationspolitik, bei denen es um sogenannte "weiche" Standortfaktoren geht. Holzmann-Jenkins sieht Innovationssysteme beziehungsweise Cluster als wichtigstes Instrument zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit einer wirtschaftlichen Region. Wesentlich bei erfolgreichen Clustern sind Netzwerke und soziale Kompetenzen, die "soft skills" der AkteurInnen. Investitionen in diese Bereiche machen sich bezahlt.****

Erfolgreiche und dynamische Innovationstätigkeit findet heute im Rahmen von Innovationssystemen statt - auf nationaler oder regionaler Ebene. Innovationssysteme, wie beispielweise Cluster, stellen eine regionale beziehungsweise lokale Konzentration von untereinander verbundenen Institutionen dar, die einen spezifischen Industriesektor zum Schwerpunkt haben (Biotechnologie). Dazu zählen auch Institutionen aus vor- und nachgelagerten Produktions- und Dienstleistungsbranchen.

"Es wird in diesem Systemen sozusagen die gesamte Wertschöpfungskette inkludiert", erläuterte Holzmann-Jenkins. "Enge Netzwerkbeziehungen zwischen den beteiligten Forschungseinrichtungen, den Unternehmen, den Zulieferern und den KundInnen und ein vielfältiges, auf die flexiblen Markterfordernisse abgestimmtes Angebot an Gütern und Dienstleistungen führen dabei zu wirtschaftlichen Synergien", so Holzmann-Jenkins weiter. "Es ist fraglich, ob diese Erkenntnisse im Ausbildungswesen bereits ausreichende Beachtung finden", befürchtete Holzmann-Jenkins und kritisierte in diesem Zusammenhang das von diesen Erfordernissen abgekoppelte Dasein der Fachhochschulen.

"Der Fortschritt einer clusterorientierten Vorgangsweise liegt in der branchenübergreifenden Denkweise sowie im Überwinden von Einzelansätzen und isoliertem Vorgehen", betonte Holzmann-Jenkins. Beschreibungen erfolgreicher Clusterstrukturen stellen fest, dass neben der räumlichen Agglomeration ein komplexes soziales und organisatorisches Netzwerk an Kontakten und Beziehungen sowohl innerhalb des Clusters als auch nach außen erforderlich ist. "Man kann somit Cluster auch als Netzwerk von Beziehungen beschreiben. Solche Netzwerke sind die Voraussetzungen für die Entstehung innovativer Ideen", sagte Holzmann-Jenkins.

An die am Aufbau eines Clusters beteiligten Personen werden daher hohe Anforderungen bezüglich sozialer, kommunikativer und organisatorischer Fähigkeiten gestellt, um ein entsprechendes atmosphärisches Umfeld innerhalb des Clusters und die "Außenbeziehungen" zu anderen Akteuren zu gestalten. Das gilt insbesondere für das Cluster-Management, welches eine unabdingbar strukturelle Voraussetzung für das Gelingen eines Clusters darstellt, aber auch für die anderen AkteurInnen. Deren "soft skills", deren Fähigkeiten, Prozesse zu steuern und zu begleiten, sind zentral für den Erfolg eines Clusters. Daraus ergeben sich ganz spezielle Qualifikationserfordernisse. Zum Prozess-Know-how gehört unter anderem auch die Fähigkeit, zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Systemen - z.B. Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft - zu vermitteln. (Schluss) up

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