FP-Herzog: Vorgehen der Justiz in Sachen Sofiensäle "eigenartig"!

Wien, 25-01-2002 (fpd) - Scharfe Kritik am Vorgehen der Justiz in der Causa Sofiensäle übte heute der freiheitliche Stadtrat Johann Herzog. Die am 18.10.2001 an die Wiener Staatsanwaltschaft übergeben Sachverhaltsdarstellung betreffend der bis dato ungehörten Zeugen im Brandfall der Sofiensäle, wirft ein schiefes Licht auf die Wiener Staatsanwaltschaft. Nicht nur, daß der Fall ohne eingehende Untersuchung - also ohne Anhörung der genannten Zeugen - ans Bezirksgericht übergeben wurde, so muß auch festgestellt werden, daß das Bezirksgericht ist bis zum heutigen Tag leider völlig untätig geblieben ist und langsam der Verdacht aufkommen könnte, daß die Zeugenbefragung bis nach der Begehung der Brandruine hinausgezögert werden soll.

Für uns Wiener Freiheitlichen stellt sich daher die berechtigte Frage, wem dieses Vorgehen nützen könnte bzw. warum denn, wenn alles mit rechten Dingen zugeht, dermaßen nachlässig vorgegangen wird?

Die Wiener FPÖ hat in dieser Cause jedenfalls die Volksanwaltschaft eingeschaltet um den Sachverhalt bzw. die Vorgangsweise der behandelnden Behörde genau unter die Lupe zu nehmen. In diesem Zusammenhang erinnerte Herzog an die mehr als fragwürdigen Aussagen eines hohen Polizeibeamten unmittelbar nach der Katastrophe.
Am Tag nach dem verheerenden Brand wurde durch den Brandreferenten des Wiener Sicherheitsbüros festgestellt, daß Brandstiftung auszuschließen sei. Auch die Aussage des selbigen Beamten, daß "die Brandursache wahrscheinlich niemals gänzlich festzustellen sei, weil das Löschwasser alle Spuren weggespült hat", ist unglaublich, weil damit ausgedrückt wird, daß man sich eine Untersuchung ersparen will.

Herzog ging heute auch mit dem Bundesdenkmalamt hart ins Gericht. "Wenn man weiß, daß gerade das Bundesdenkmalamt bei privaten Sanierungsmaßnahmen um jeden Fenstersims streitet, so verwundert es doch, daß nunmehr ein halbes Jahr vergangen ist und es von Seiten des Denkmalamtes noch immer keine Entscheidung gibt.
Warum mit der Begehung bis nach Weihnachten gewartet wurde und damit auch die Regen- und Schneefälle der letzten Wochen in Kauf genommen wurden, ist für mich nicht erklärbar", so Herzog. "Es sei denn, daß irgend jemand Interessen daran haben könnte, die bauliche Substanz so zu schädigen, daß schlußendlich vollendete Tatsachen geschaffen sind", gab Herzog zu bedenken!

Wir Wiener Freiheitlichen sind die einzige Wiener Rathauspartei, die von Anfang an ein eindeutiges Bekenntnis zum Erhalt und zur Einbettung der historisch wertvollen Bausubstanz, in ein zu planendes Hotelprojekt abgegeben hat. Vor diesem Hintergrund sei an den Kaisersaal des ehemaligen Berliner Hotels Esplanade erinnert, dessen Prunksaal in das moderne "Sony-Center" am Potsdamer-Platz eingebettet wurde. Eine ähnlich Vorgangsweise wünscht sich Herzog auch für die Sofiensäle.
"Alle Wiener Rathausparteien sind aufgerufen den Erhalt und die Renovierung - wie dies auch bei den Wiener Redoutensälen geschehen ist - politisch voranzutreiben und Wien, als Weltstadt der Kultur, dieses Kulturdenkmal zu erhalten", so Herzog abschließend.

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