Das Ungarische Welterbe der UNESCO: Teil 4 - Hortobágy

Budapest/Wien (OTS) - Die typische Pusztalandschaft im Osten
Ungarns ist alles andere als eine öde Steppenebene. Ursprünglich gab es hier dichte, wildreiche Wälder, Feuchtwiesen und Sümpfe, heute bildet das Gebiet eine der letzten zusammenhängend erhaltenen Weideflächen Europas. Mit dem Sinken des Grundwasserspiegels versteppte das Land und seltsame Naturphänomene wie etwa die "Salzblumen" traten auf. Der Mensch paßte sich den Gegebenheiten an und nützte das Land als Weidegebiet, dennoch gibt es äußerst fruchtbare Abschnitte, wo Sonnenblumen-, Korn- und Mohnfelder üppig in der Sonne wogen.

In der weitläufigen Landschaft finden sich auch heute noch kulturell interessante Spuren der Ahnen, wie Hügelgräber aus der Kupferzeit, kleine Kirchlein, die einsam in der Ebene stehen, und jahrhundertealte Einschichthöfe, die vielfach noch bewirtschaftet werden.

Das typische Bild der Puszta sind jedoch die riesigen Herden, die begleitet von ihren Hirten, über die Ebene wandern. Hier konnten sich uralte Haustierrassen wie das Graurind oder das wollreiche Zackelschaf halten, die seit einiger Zeit als besonders robuste Vertreter ihrer Art wieder gezielt gezüchtet werden. Auch die typisch ungarischen Hunderassen, der Kuvasz und der Komondor stammen von hier.

Nicht wegzudenken aus der Puszta sind jedoch die Pferde, kraftvolle, stolze Tiere mit ihren noch stolzeren und traditionsverbundenen Hirten, den Czikós. Ihre kunstvollen blauen Trachten unterscheiden sie von den Pferdehirten etwa der Bugác-Puszta und geben bei den atemberaubenden Vorführungen ihrer Reitkünste ein prachtvolles Bild.

Besonders eindrucksvoll präsentiert sich die Hortobágy-Puszta, die Teil des Nationalparks Hortobágy ist, im Frühling, wenn Regenschauer das Land in schimmernde Wasserflächen verwandeln und es überall in den buntesten Farben zu blühen beginnt. "Die Wüste lebt" heißt ein bekannter Fernsehfilm. Das gleiche könnte man auch über die Puszta sagen. Neben den großen Herden von Nutzvieh findet man hier seltene, endemische Pflanzen- und Tierarten, sowie zahlreiche Nist- und Wandervögel, die in großen Scharen tief über das Land fliegen. Auch im Sommer findet man hier ein Naturschauspiel, das man sonst nur in der Wüste beobachten kann - die Fata Morgana, die in der flirrenden Luft dem Betrachter optische Streiche spielt.

Ein Wahrzeichen der Hortobágy-Puszta ist die mitten in der Landschaft stehende Neun-Bogen-Brücke über das Flüßchen Hortobágy. Sie war einst Rastplatz auf dem Weg von Budapest nach Debrecen und wurde 1833 als damals längste Steinbrücke Ungarns an Stelle einer alten Holzbrücke errichtet. Wer über die Brücke wollte, mußte Maut zahlen, woran die eingemauerten Torsäulen der Brücke erinnern. In der nahen Großen Csárda fanden Mensch und Tier Unterkunft und Verpflegung. Das über 200 Jahre alte Gebäude beherbergt heute ein sehenswertes Hirtenmuseum im einstigen Wagenschuppen, Speis' und Trank gibt es auch heute noch, unter anderem die köstlichen Hortobágy-Palatschinken.

Informationen: Nationalpark Hortobágy. H-4024 Debrecen,
Sumen u. 2. Tel. 0036/52/349922, Fax 0036/52/410645
Tourinform Hortobágy. H-4071 Pásztormúzeum, Petöfi tér 1. Tel. 0036/52/589321, Fax 0036/52/589322, hortobagy@tourinform.hu

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