Diakonie fordert von Politik Lösung für Unterbringung obdachloser Flüchtlinge in Österreich

NGO-MitarbeiterInnen und BeamtInnen allein können Situation nicht mehr bewältigen

Wien (OTS) - Nach massivem Druck der Öffentlichkeit und von Hilfsorganisationen wurden gestern ca. 60 AsylwerberInnen, die tags zuvor vom Innenministerium in Traiskirchen auf die Straße gestellt wurden, wieder ins Flüchtlingslager aufgenommen. Mit Hilfe des Katastrophendienstes des Roten Kreuzes konnten die AsylwerberInnen in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch notdürftig im Wiener Albert-Schweitzer-Haus untergebracht werden. Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich: "Ich möchte mich beim Roten Kreuz und allen BeamtInnen des Innenministeriums, die an der Wiederaufnahme dieser Menschen mitgewirkt haben, herzlich bedanken."

Gleichzeitig merkt Chalupka jedoch an: "Mit der Wiederaufnahme der 60 AsylwerberInnen ist der Fall nicht abgeschlossen." Diese Situation, dass Menschen, die Schutz suchen, im Winter auf die Straße gestellt werden, kann sich täglich wiederholen. Der oft bis zur Erschöpfung gehende Einsatz der Mitarbeiter von NGO´s und der diensthabenden Beamten reicht nicht aus. "Eine Lösung des Problems muß auf politischer Ebene gewährleistet werden, die allen Flüchtlingen eine Sicherung ihrer existenziellen Mindeststandards gewährleistet", so Chalupka. Gefordert sei der Innenminister. Es könne nicht sein, so Chalupka, "dass Asylansuchen vor der Tür entschieden werden, weil ohne Unterbringung jegliches Asylverfahren verunmöglicht wird."

Seit Jahren werden nur etwa ein Drittel der AsylwerberInnen in Bundesbetreuung genommen. So wird etwa Schutzsuchenden aus Europaratsmitgliedsländern, aus Indien und alleinstehenden Männern, die keinen amtlichen Lichtbildausweis vorweisen können, die Aufnahme kategorisch verweigert. Die Diakonie fordert den Innenminister auf, die völker- und menschenrechtliche Verpflichtung Österreichs zur Unterbringung und Betreuung schutzsuchender Menschen einzulösen und Menschen auf der Flucht mitten im Winter nicht auf die Straße zu stellen.

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