Geräteanbieter versprechen zu viel

VKI hilft Gutgläubigen, ihr Geld zurück zu bekommen

Wien (OTS) - Der Verkauf von Magnetfeldgeräten boomt. Europaweit buhlen 60 Gerätehersteller um Kunden, in Österreich teilen sich elf Firmen den Markt. In der Werbung wird viel versprochen: Gegen nahezu jedes Leiden sei die Magnetfeldtherapie zu empfehlen. Und weil sich Konsumenten Hoffnung auf eine Besserung ihrer Beschwerden machen, kaufen sie die bis zu 37.000 Schilling/rund 2.700 Euro teuren Geräte. Auf Messen, im Direktvertrieb oder bei Werbefahrten.

Immer häufiger wenden sich jedoch Verbraucher an den VKI, denen die Magnetfeldtherapie nicht geholfen hat - und die sich von den Vertreibern übers Ohr gehauen fühlen. Für sie startet der VKI nunmehr eine "Geld zurück Aktion."

Wie ein Who is Who der häufigsten Krankheiten liest sich die Liste der Beschwerden, denen die Magnetfeldgeräte, die die Firma MAS anbietet, zu Leibe rücken sollen - bei nicht weniger als 144 Leiden wird eine positive Wirkung in Aussicht gestellt. Von Asthma bis Impotenz, von Gedächtnisschwund bis Hexenschuss, von Depression bis Verstopfung - da ist für jeden etwas dabei. Und auch andere Anbieter sind mit Versprechungen nicht knausrig.

Eine vor kurzem vom Gesundheitsministerium veröffentlichte Studie, die untersuchte, welche Wirkungen der Magnetfeldtherapie in seriös klinischen Studien nachgewiesen sind, zeigt ein völlig anderes Bild:
"Den versprochenen Wirkungen liegen keine entsprechenden wissenschaftlichen Belege zu Grunde. Die vielen Studien, die genannt werden, sind methodisch nicht in der Lage, den heilenden Effekt nachzuweisen", erläutert Dr. Wilhelm Frank, Mitautor der Untersuchung, im Februar-"Konsument".

Für nur wenige Leiden ist eine positive Wirkung nachgewiesen:
Pulsierende Magnetfelder können - in Verbindung mit einer Standardtherapie - bei Entzündungen von Muskeln, die das Schultergelenk bewegen, und bei Arthrosen Beschwerden lindern, die Heilung von offenen Beingeschwüren beschleunigen und Beschwerden bei gelockerten Hüftprothesen vorübergehend lindern.

Was von den meisten Anbietern leichtsinnig verschwiegen wird:
Magnetfeldtherapie birgt auch Risiken. Nicht auszuschließen ist, dass Magnetfelder Tumorzellen zum Wachsen anregen und eine Krebsbehandlung stören.

Durch den steigenden öffentlichen Druck plant das Gesundheitsministerium nun Maßnahmen: Rezeptpflicht für die Anwendung von Magnetfeldgeräten, was an Laien gerichtete Werbung verbietet, und Verbot des Verkaufs von Geräten bei Werbepartys, Werbefahrten und auf Messen. Der Haken an der Rezeptpflicht: Schränkt man die Anwendung der Magnetfeldtherapie nicht wesentlich ein, wird sie insgesamt als Heilmethode anerkannt. Und das Geschäft wandert vom freien Markt in die Arztpraxen. Doch bis heute gibt es keine offizielle Stellungnahme der Ärztekammern oder des Obersten Sanitätsrats, wann tatsächlich eine Heilwirkung zu erwarten ist. Die Ratlosigkeit bleibt.

Der VKI gibt sich mit dieser ungewissen und schleppenden Situation nicht zufrieden. Für viele enttäuschte und getäuschte Konsumenten kommen Maßnahmen, wie immer sie aussehen mögen, ohehin zu spät - sie haben viel Geld für ein Gerät ausgegeben, das nicht die versprochene Wirkung erzielt. Deshalb fordert der VKI diese Konsumenten auf, sich zu melden. Anhand der vorhandenen Unterlagen wird geprüft, inwieweit eine Rückerstattung der Beträge möglich ist, wobei der VKI rechtliche Schritte nicht ausschließt.

Kontakt: 01/588 770

Rückfragen & Kontakt:

Gerhard Früholz
CR "Konsument"
Tel.: 01/588 77-229

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NKI/OTS