Ettl: Duisenbergs Vorstellungen zur Inflationsbekämpfung in Österreich kontraproduktiv

Wien (SK) "In seiner gestrigen Rede vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments fiel EZB-Präsident Wim Duisenberg nur Lohnmäßigung als Instrument gegen Inflation ein, während die derzeitigen Zinssätze im Hinblick auf Preisstabilität als angemessen angesehen werden müssten. Angesichts der Bedrohung der Massenkaufkraft per blau-schwarzer Steuer- und Abgabenbelastung wäre weitere Lohnmäßigung ein großes Problem für die ohnehin schwierige wirtschaftliche Situation", erklärte der SPÖ-Europaabgeordnete Harald Ettl Donnerstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Das "neoliberale Konzert" Duisenbergs habe sich folgendermaßen fortgesetzt: Der EZB-Präsident forderte "Reformen bei den öffentlichen Ausgaben, um Steuersenkungen zu ermöglichen", räumte aber gleichzeitig ein, dass Steuerpolitik nur wenig zu einer Beschleunigung der Wirtschaftstätigkeit beitragen könne, da die zeitliche Verzögerung berücksichtigt werden müsse. Ein Widerspruch?

Ettl verwies in seiner Kritik Duisenbergs insbesondere auf die derzeit brachliegende österreichische Bauindustrie. "Wir brauchen hier dringend öffentliche Investitionen. Duisenberg hingegen träumt vom schlanken Staat - völlig an österreichischen Realitäten vorbei."

Der Argumentation Duisenbergs, der Euro habe nicht zu einer Preissteigerung geführt, pflichtete Ettl bei: "Die Ursachen für Preissteigerungen müssen differenziert betrachtet werden. Preissteigerungen etwa bei Obst- und Gemüse sind in Europa auf das derzeit schlechte Wetter und damit verbundene schlechte Ernten zurückzuführen."

Der Euro werde zu gewissen Anpassungen der Preise in Europa führen, etwa im Autohandel. "Der Euro vollendet den Binnenmarkt. Der Wettbewerb und der mögliche Preisvergleich über Grenzen hinweg wird zu einem mittelfristigen Entlastungsdruck auf die Preise führen", schloss Ettl. (Schluss) ml/mp

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