Frächter: Der Sprit kommt teurer als der Fahrer

Gewerkschaft lädt Wirtschaftskammer zum gemeinsamen Vorgehen ein

Wien (HTV/ÖGB). "Bei den Löhnen, die die vielen 'schwarzen Schafe' unter den Frächtern zahlen, kommt ihnen der Sprit für die Fahrzeuge teurer als die Fahrer", stellt der Fachsekretär der Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr (HTV), Georg Eberl, fest und fordert den Fachverbandsvorsteher der Wirtschaftskammer Adolf Moser zum gemeinsamen Vorgehen gegen diese skandalösen Praktiken auf.++++

Der Liter Diesel kostet heute rund 0,656 Euro, laut Kollektivvertrag bekommt ein LKW-Fahrer 6,28 Euro die Stunde. Selbst bei korrekter Bezahlung hält sich Spritpreis und Fahrerpreis schon beinahe die Waage. Eberl: "Viele Frächter zahlen ihren illegal beschäftigten Fahrern oft sogar weniger als einen Euro. So kann es nicht gehen." Abgesehen davon, dass in dieser Branche noch so vieles im Argen liegt, sei es an der Zeit, dass endlich hart durchgegriffen werde, so der Fahrergewerkschafter.

Erberl fordert daher Moser auf, sich an einen Tisch zu setzen, gemeinsam gegen die skandalösen Praktiken vorzugehen und gemeinsame Vorschläge zur Verschärfung der in Österreich viel zu weichen Gesetze zu erarbeiten. Eberl: "Herr Moser hat meine Telefonnummer. Wir finden sicher kurzfristig einen gemeinsamen Termin."(ff)

ÖGB, 24. Jänner 2002
Nr. 060

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