Sima : Kelag-Miteigentümer RWE bald Temelin-Eigentümer?

"Haider soll endlich vor der eigenen Haustüre kehren. Doppelbödigkeit der FPÖ-Atom-Politik täglich offensichtlicher!"

Wien (SK) "Landeshauptmann Haider soll endlich vor seiner eigenen Haustüre kehren", forderte SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima, nachdem bekannt wurde, dass der deutsche Atomriese RWE, der ein Drittel an der Kärntner Kelag hält, Interesse am Temelin-Betreiber hat. "Haider hat mit dem Verkauf des Kärntner Energieversorgers an RWE im letzten Jahr dem Atomgiganten Tür und Tor in Österreich geöffnet. Es wäre -nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Temelin-Volksbegehrens - mehr als absurd, wenn künftig gerade der Kärntner Energieversorger zum Teil dem neuen Temelin-Eigentümer gehöre", so Sima. ****

Die Doppelbödigkeit der FPÖ Anti-Atom-Politik werde täglich offensichtlicher: "Die Freiheitlichen haben sich kürzlich selbst zur Speerspitze der Anti-Atom-Bewegung erklärt, was sie jedoch nicht daran hindert, einen Atom-Umfaller nach dem nächsten zu produzieren", kritisiert Sima scharf. Sima erinnert in diesem Zusammenhang an die Zustimmung der Freiheitlichen zum Abschluss des Energiekapitels mit Tschechien, an die Akzeptanz von Atomstromimporten aus der Slowakei, Slowenien und Ungarn und schließlich an die Zustimmung zum EU-Atomforschungsprogramm. "Zudem haben die Freiheitlichen außer hohlen Vetodrohungen in Sachen Temelin nichts zu bieten, nach dem Veto-Volksbegehren herrscht in der FPÖ die große Ratlosigkeit", stellt Sima fest. "In der FPÖ hat sich offensichtlich die Erkenntnis noch nicht durchgesetzt, dass es in der Anti-Atom-Politik zuwenig ist, nur einzelne AKWs zu bekämpfen und nicht ebenso konsequent gegen Atomstromimporte oder den Ausverkauf der heimischen E-Wirtschaft an Atomgiganten aufzutreten", so Sima.

Die tschechische Regierung will 67 Prozent am Staatsunternehmen CEZ inklusive sechs Vertriebsgesellschaften verkaufen und fordert dafür 200 Mrd. Kronen, rund sechs Mrd. Euro. Die Privatisierungsversuche waren in den letzten Wochen bereits zwei Mal gescheitert, im Rennen um CEZ befinden sich weiterhin noch die französische EdF und die britische Firma International Power. Nächster Termin in der Causa ist der 28. Februar, bis zudem neue Vorschläge vom zuständigen Finanz-, sowie Industrie- und Handelsministerium in Tschechien zum CEZ-Verkauf vorgelegt werden sollten. (Schluss) ns/mp

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