ÖBB: "Hercules" kommt nach Österreich

70 neue und umweltfreundliche Dieselloks rollen nach Österreich Wien (OTS) - Die Österreichischen Bundesbahnen freuen sich über Nachwuchs in ihrer Lokfamilie. Die erste Streckendiesellok der Reihe 2016 "Hercules" traf dieser Tage in Wiener Neustadt ein. Insgesamt werden bald 70 neue und umweltfreundliche "Hercules" auf den nicht elektrifizierten Strecken in Österreich unterwegs sein. Die neuen 80 t schweren Maschinen sind 140 km/h schnell und 2750 PS stark. Neben der speziell hohen Leistung zeichnet sie ein extrem leises und sauberes Fahrverhalten aus.

Intelligente und saubere Lösung für alle Strecken

Diese Woche beginnt die Auslieferung von insgesamt 70 umweltfreundlichen Streckendieselloks der Reihe 2016 "Hercules". Strenge Vorgaben in Bezug auf Abgas- und Lärmemissionen bewogen das seit 1998 arbeitende ÖBB-Projektteam in der Konzeption dieser Lok völlig neue und innovative Wege zu gehen. Strenge Kriterien für die künftige Streckendiesellok wurden ausgearbeitet und das Ergebnis, der 2016 "Hercules", kann sich sehen lassen.

Im Herzen des "Hercules" arbeitet ein besonders lärmgedämmter und abgasarmer Dieselmotor. Dieser treibt einen Drehstromgenerator und vier elektrische Fahrmotoren an. Durch den Einsatz modernster Einspritztechnik (Common Rail System) können dabei bereits jetzt zukünftige Grenzwerte eingehalten werden. Auch das Bremssystem entspricht höchsten Sicherheits- und Umweltstandards. "Modernste elektrische Bremsen und Scheibenbremsen sorgen für Sicherheit und einen nahezu lautlosen Bremsvorgang", so DI Herwig Wiltberger, Chef der ÖBB-Lokflotte. "Neben Leistung und Sicherheit sind vor allem die hohen Umweltstandards dieser neuen Diesellok beeindruckend."

Hohe Leistung für den Personen- und den Güterverkehr

Der 140 km/h schnelle "Hercules" wird im Güter- und Reiseverkehr im Einsatz sein. Für den Personen-Nahverkehr auf nicht elektrifizierten Strecken erhielt der "Hercules" eine Wendezugsteuerung. Auch für die kalte Jahreszeit ist vorgesorgt, denn die Heizleistung wurde an die maximale Wagenanzahl angepasst. Natürlich verfügen die 2016er auch über eine Vielfachsteuerung, wodurch mehrere Loks nur von einem Lokführer gesteuert werden können.

Neuzugang im Diesellok - Park der ÖBB

Vor der europaweiten Ausschreibung der neuen Loks waren die ÖBB damit konfrontiert, dass über 150 ältere Streckendieselloks ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer erreicht hatten. 1998 wurde daher beschlossen, neben dem E-Lok Park auch den Bestand an Dieselloks grundlegend zu erneuern. Noch im selben Jahr erfolgte die Auftragsvergabe an Siemens AG Österreich als Bestbieter für die Herstellung und Lieferung neuer Loks.

Die Endmontage der neuen Lok erfolgt in München. Zahlreiche Komponenten dieser neuen Serienlok werden aber von den ÖBB selbst hergestellt. Produziert werden diese Eigenfertigungsteile von den "Technischen Services" der ÖBB im Werk Knittelfeld. Ausschlaggebend für den Zuschlag als Zulieferer war die hohe Qualität der in Knittelfeld hergestellten Stahlbauteile.

Mit "Hercules" über den Wechsel

Zuallererst wird "Hercules" seine Kraft in den Dienst der Fahrgäste der Strecke von Wiener Neustadt über den Wechsel bis nach Graz stellen. Die Inbetriebsetzung des "Hercules" erfolgt in Wiener Neustadt. Weitere Standorte folgen in der Steiermark und im Wiener Raum. Monatlich erhalten die ÖBB zwei bis drei der neuen Lokomotiven. Neben der vollen ÖBB Tauglichkeit sollen die 2016 auch auf dem gesamten Streckennetz der Deutschlands und Sloweniens zugelassen werden.

Hauptdaten

Hauptabmessungen Loklänge 19,3 m Höchstgeschwindigkeit 140 km/h
Betriebsgewicht mit 2/3 Vorräten 80 t ± 2,5%
Dieselmotor MTU 16 V 4000 R 40
Leistung des Dieselmotors 2000 kW
Leistung für Traktion 1600 kW am Rad
Elektrische Ausrüstung SIEMENS
Verschleißfreie elektrische Bremse
(vorrangige Betriebsbremse) Widerstandsbremse
Mechanische Bremse Scheibenbremse
Feststellbremse Federspeicher

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