AK gegen Verlängerung der Ausbildung an Fachhochschulen

Längere Studiendauer bringt Mehrkosten für Studierende und noch weniger Studienplätze

Wien (AK) - Gegen die von der Regierung geplante Verlängerung des Studiums an Fachhochschulen spricht sich die AK aus. Bisher dauerte das Studium an einer Fachhochschule höchstens acht Semester. Jetzt soll die Studiendauer auf zehn Semester ausgeweitet werden können. "Für eine solche Verlängerung gibt es gar keinen Grund", sagt Johanna Ettl, Leiterin des AK-Bereichs Bildung, "Fachhochschulen sollen in kurzer Zeit eine möglichst praxisorientierte, kompakte Ausbildung ermöglichen." Eine Verlängerung der Studiendauer bei gleichbleibenden Mitteln bedeute außerdem nur eine Verringerung der ohnehin raren FH-Studienplätze. "Und bereits jetzt müssen die Fachhochschulen jedes Jahr zwei Drittel der Bewerber ablehnen, weil es zu wenig Studienplätze gibt", sagt Ettl. Die geplante Verlängerung der Studienzeit bringe nichts außer zusätzlichen Kosten für die zukünftigen Arbeitnehmer und für den Wirtschaftsstandort Österreich. Kritisiert wird von der AK auch die geplante Einschränkung der Zuständigkeit des Fachhochschulrates. ****

In der Regierungsvorlage zum Fachhochschul-Studiengesetz wird die Studienzeit an Fachhochschul-Studiengängen ausgeweitet. Derzeit gibt es keine Studiengänge die länger als acht Semester dauern. Künftig soll ein FH-Studium bis zu zehn Semester dauern können. "Ein wichtiger Grund für die Einführung von FH-Studiengängen war die Verkürzung der Studiendauer im Hochschulbereich", sagt Ettl, "für eine Verlängerung des FH-Studiums gibt es keine inhaltliche Begründung."

Das FH-Studium hat sich bisher durch eine überschaubare, praxisorientierte Ausbildung ausgezeichnet. "Die Studierenden konnten mit einem kompakten Hochschulstudium rechnen", sagt Ettl. Die Verlängerung der Studiengänge führt einerseits zu höheren Kosten für die Studierenden - immerhin beträgt die Studiengebühr 363 Euro pro Semester. "Darüber hinaus muss die Wirtschaft länger auf hochqualifizierte Arbeitskräfte, etwa im IKT-Bereich, warten", sagt Ettl.

Durch diese Vorgangsweise verknappt sich das Angebot an Studienplätzen.
Denn eine Verlängerung der Studiengänge führt auch zu einer Erhöhung der Kosten für den Bund. Und da die Fachhochschulstudienplätze durch einen bis 2005 fixierten Budgetbeitrag finanziert werden, bedeuten längere Studiengänge auch weniger Plätze. "Schon jetzt bewerben sich für einen Studienplatz mehr als drei Interessenten", sagt Ettl.

Mit der Regierungsvorlage wird auch die Zuständigkeit des Fachhochschulrates eingeschränkt. Das Bildungsministerium behält sich die Entscheidung über Standorte von Studiengängen selbst vor. "Damit ist der politischen Intervention Tür und Tor geöffnet, eine wirkliche Qualitätsprüfung kommt nicht mehr zustande", sagt Ettl.
Der durch den Ministerrat beschlossene FH-Entwicklungsplan bedarf einer Überarbeitung, da er weder auf die neue Struktur eingeht noch Vorgaben zu Standortfragen trifft.

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AK Wien Presse Christian Spitaler

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