"Kleine Zeitung" Kommentar: "Hahnenkämpfe" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 24.1.2002

Graz (OTS) - Soll man sich überhaupt die Mühe machen, die Neuwahldrohungen aus dem Mund von Jörg Haider nachzuzählen?

Schon ein halbes Jahr nach der Bildung der schwarz-blauen Koalition und nur wenige Wochen nach dem Ende der EU-Sanktionen gegen Österreich spielte der Kärntner Landeshauptmann diese Karte aus. Unter dem Eindruck der Schlappe bei den Landtagswahlen in der Steiermark drohte Haider mit Neuwahlen, sollte die ÖVP ihre "Doppelstrategie" fortsetzen.

Seither hat sich das Spiel regelmäßig wiederholt, weil auch die FPÖ bei allen folgenden Wahlen regelmäßig Niederlagen einstecken musste.

Das wahrlich nicht einfache Parteimitglied ist offensichtlich der Meinung, das alleinige Recht auf Doppelstrategie zu haben und gleichzeitig Regierung und Opposition zu sein.

Deshalb hat er so gereizt reagiert, als Wolfgang Schüssel nach dem Veto-Volksbegehren die Rute ins Fenster stellte: "Bis hierher und nicht weiter."

Was mit einer siebenstündigen Schrecksekunde folgte, erinnert an die Hahnenkämpfe von Schulbuben, die sich gegenseitig verdächtigen, zu feige zum Springen zu sein. Man kann ruhig abwarten: Es wird nicht zur Mutprobe kommen.****

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