ÖVG, GSV und Gesellschaft für Verkehrspolitik arbeiten künftig stärker in Form eines Verkehrsforums zusammen

Es ist 5 Minuten vor 12! - Proponenten des Verkehrsforums fordern sachorientierte Beiträge für den Infrastrukturausbau - In erster gemeinsamer Sitzung sprechen sich Experten des Verkehrsforums für vierspurigen Bahnausbau des Südkorridors aus

(Wien) Die österreichische Verkehrspolitik steht vor dramatischen Herausforderungen: Österreich braucht einen forcierten Infrastrukturausbau, um den Nord-Süd- und Ost-West-Transitverkehr zu bewältigen, um adäquate Verkehrsanbindungen zu den benachbarten Beitrittskandidaten herzustellen und die österreichischen Wirtschaftszentren besser mit den dynamischen EU-Regionen und den Adriahäfen zu verbinden. Gleichzeitig muss durch Attraktivitätssteigerung der Anteil der Schiene und des Wasserwegs im modal split erhöht werden.

Um diese Aufgaben zu bewältigen, bedarf es einer rationalen, auf gesamtösterreichischen Interessen ausgerichteten Verkehrspolitik, in deren Zentrum die Sicherung der Attraktivität des Wirtschaftsstandorts steht. Um für dieses Ziel sachliche Beiträge zu leisten und das Bewusstsein der Öffentlichkeit für Verkehrsfragen zu schärfen, haben die drei bekanntesten überparteilichen Verkehrsgesellschaften - Österreichische Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft (ÖVG), Österreichische Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (GSV) und Gesellschaft für Verkehrspolitik -beschlossen, künftig stärker zusammenzuarbeiten, und zwar in Form eines Verkehrsforums, das gemeinsame Verkehrskongresse über wichtige Sachthemen organisieren wird. Das geplante Forum hat seinen Sitz im Haus der Industrie und wird weitere Verkehrs- und Wirtschaftsexperten zur Mitarbeit einladen.

In seiner ersten Sitzung befasste sich das in Vorbereitung befindliche Verkehrsforum mit dem Südkorridor. Nach Meinung von Experten der drei Gesellschaften ist - unabhängig vom Ausgang des Semmeringtunnelverfahrens - auch für die Südbahn, analog zur Westbahn, ein viergleisiger Ausbau notwendig. Das dritte und vierte Gleis sollen von Wien über den Flughafen - Eisenstadt - Sopron -Oberpullendorf - Szombathely - Oberwart - Fürstenfeld - Gleisdorf nach Graz und weiter über die Koralmbahn nach Klagenfurt führen, um die Grenzregionen Österreichs und Ungarns aufzuschließen. Auch können durch dieses Verkehrskonzept die Verkehrsflüsse des Korridors V aus Kiew - Budapest in den oberitalienischen Industrieraum über Österreich geführt werden, sowie jene des Korridors VI aus Warschau -Brünn bzw. Pressburg zum Überseehafen Koper/Triest. Damit kann sichergestellt werden, dass der Wertschöpfung schaffende Verkehr nicht an Österreich vorbeifließt, und nur im Rahmen einer leistungsfähigen, vierspurigen Südbahn macht der Koralmtunnel Sinn.

Außerdem fordern die Experten eine Beschleunigung der Infrastruktur-Genehmigungsverfahren und schlagen vor für die "Neue Südbahn" rechtzeitig mit einer Trassensicherung zu beginnen.

Das geplante Verkehrsforum wird in den kommenden Monaten weitere Vorschläge für eine sachorientierte Verkehrspolitik unterbreiten und Ergänzungen und Veränderungen zum Generalverkehrsplan vorschlagen.

Österreichische Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft (ÖVG) Präsident o. UNIV.-PROF. Dr. Peter Faller

Österreichische Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (GSV) Dipl.-Ing. Helmut Oismüller, Vorsitzender des Vorstandes

Gesellschaft für Verkehrspolitik
Präsident Reg.Rat. Hans Schmölz NR a.D.

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Dr. Erhard Fürst

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