Lunacek: Westenthalers "Landsleute" nicht nur Opfer, sondern auch Täter

Unrecht der Beneš-Dekrete im historischen Zusammenhang betrachten

Wien (OTS) "Die FPÖ will die EU-Erweiterung verhindern und anti-slawische Ressentiments schüren", kritisiert die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Ulrike Lunacek, Aussagen Westenthalers, der die Abschaffung der Beneš-Dekrete als Voraussetzung für einen EU-Beitritt Tschechiens fordert. Eine solche Veto-Drohung der österreichischen Bundesregierung gegen die EU-Erweiterung ist für die Grünen "schlicht unsinnig und kontraproduktiv".

"Ein grobes Versäumnis", ist für Lunacek, dass ÖVP und FPÖ zwar im Regierungsprogramm erklären, sich um eine 'sachgerechte Lösung' der Frage der Beneš-Dekrete 'bemühen' zu wollen, dass jedoch seit Februar 2000 dahingehend nichts geschehen sei. "Die Vertreibung und Ermordung der Sudetendeutschen muß im historischen Zusammenhang betrachtet werden. Davor fand nämlich der Überfall von Hitler-Deutschland auf die Tschechoslowakei sowie die daran anschließenden Greueltaten statt. Das ist keine Entschuldigung für die nachfolgende Vertreibung und Ermordung, sie erklärt jedoch den historischen Zusammenhang," meint Lunacek.

'Österreichische Landsleute' (Westenthaler) waren daher "nicht nur Opfer, sondern auch Täter", fordert Lunacek die Bundesregierung auf, diese Tatsachen endlich anzuerkennen.

Westenthalers "Garantie", dass er durch hartes Verhandeln die Beneš-Dekrete abschaffen könne, "ist keinen Cent wert, denn mit Veto-Drohungen wird er sie schlicht und einfach nicht einhalten können," schließt Lunacek.

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