Harte Töne Haiders gegen Schüssel im NEWS-Interview: "Gesinnung wie bei Dollfuß!"

Vorausmeldung zu NEWS 4/02 v. 24.1.2002

- Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider im NEWS-Gespräch: "Man kann nicht gegen das Volk regieren. Schüssel will offenbar die laute Stimme des Volkes nicht hören. Wir sind ja nicht in der austrofaschistischen Diktatur von 1934. Das wäre die Gesinnung von Dollfuß."

- Und Haider betont, keine Angst vor Neuwahlen zu haben: Uns soll

nichts Schlimmeres passieren. Die ÖVP soll sich nicht darauf verlassen, dass nur sie nach einer Wahl mehrere Optionen hätte."

Wien (OTS) - In einem Interview mit der Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS greift der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider frontal den Bundeskanzler in Replik auf Schüssels Neuwahl-Warnung an die FP an: "Man kann nicht gegen das Volk regieren. Wir sind Demokraten. Schüssel will offenbar die laute Stimme des Volkes nicht hören. Wir sind ja nicht in der austrofaschistischen Diktatur von 1934. Das wäre die Gesinnung von Dollfuß. Solch eine Gesinnung lasse ich nicht zu. Wenn er Neuwahlen will, soll er das klarstellen. Uns soll nichts Schlimmeres passieren. Die ÖVP soll sich nicht darauf verlassen, dass nur sie nach einer Wahl mehrere Optionen hätte."

Haider jedenfalls fordert, dass es jetzt zu einer Volksabstimmung über Temelin - "notfalls auch mit Roten und Grünen im Parlament, das wäre kein Koalitionsbruch" - kommt: "Ich werde ganz sicher keinen Weg in der FPÖ zulassen, der die freiheitliche Anti-Atom-Politik aufgibt. Hier kann es nicht um die Beleidigdheit des Kanzlers auf das österreichische Volk oder irgendwelche Sandkastenspiele gehen. Dass Schüssel gekränkt ist, weil das Volk trotz seiner Briefe und Inserate gegen das Temelin-Volksbegehren nicht auf ihn gehört hat, ist nicht unser Problem."

Zudem stellt der Kärntner Landeshauptmann klar, dass ein Veto gegen Temelin "weiterhin aufrecht" bleibe - und nicht der einzige Hinderungsgrund für Tschechiens EU-Beitritt bleiben wird:
"Selbstverständlich wird es noch ein Veto geben. Derzeit reden alle ja nur von Temelin. Aber die Benes-Dekrete sind ja das noch viel größere Problem."

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