Brauner für mehr Frauenförderung in technischen Studienrichtungen

Mädchen möglichst früh ermutigen und unterstützen

Wien, (OTS) Frauen sind an österreichischen technischen Universitäten nach wie vor unterrepräsentiert. Der VSStÖ lud Dienstag Abend zu einer Podiumsdiskussion unter dem Motto "Ist die Technik weiblich?" ein. "Das technische Interesse von Mädchen muss möglichst früh, nämlich schon im Kindergarten geweckt und gefördert werden. Es ist zu spät, erst im Universitätsalter anzusetzen", erklärte Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner ihre Politik der Mädchenförderung. Mit ihr diskutierten: Dr. Juliane Mikoletzky, Vorsitzende des Arbeitskreises Gleichbehandlungsfragen des TU-Senats, Mag. Roberta Schaller-Steidl, Bildungsministerium Arbeitsgruppe Gleichbehandlungsfragen, und Prof. Bruno Grösel, Dekan der Fakultät für Maschinenbau. Brauner sprach sich für gezielte Frauenförderung in den technischen Studienrichtungen aus. Denn diese sei Voraussetzung für eine gerechte Verteilung von beruflichen Chancen. ****

Um den Frauenanteil an den technischen Universitäten zu erhöhen, müsse man möglichst früh ansetzen. Die Grundsätze der geschlechtssensiblen Pädagogik, die besonders auch die spezifischen und unterschiedlichen Bedürfnisse von Mädchen und Buben eingeht, müsse sich durch das gesamte Bildungsangebot durchziehen. "In Wien setzen wir bereits Angebote, wie etwa Mentoring, die sich speziell an Mädchen richten. Zahlreiche Vereine und Initiativen, wie etwa Sprungbrett oder Amandas Matz unterstützen Mädchen in der schwierigen Phase der Berufsentscheidung", skizzierte Brauner den Wiener Ansatz bei der Mädchenförderung. Sie stelle grundsätzlich das Prinzip der Koedukation nicht in Frage, könne sich aber vorstellen, dass getrennter Unterricht gerade in den technisch-naturwissenschaftlichen Fächern Freiräume und stress- und konkurrenzfreies Ausprobieren für Mädchen ermöglichen könne.

Weibliche Vorbilder seien für Mädchen und junge Frauen besonders wichtig, erklärte Brauner. Unter www.jobs4girls.at/ werden vom Wiener Frauenbüro 200 Berufsbiografien von Frauen vorgestellt. "Die Mädchen bekommen dadurch einen Eindruck davon, dass es unkonventionelle Ausbildungswege gibt und dass auch sehr tolle Karrieren nicht unbedingt geradlinig verlaufen müssen", so Brauner.

Mag. Roberta Schaller-Steidl, aus der Arbeitsgruppe Gleichbehandlungsfragen des Bildungsministerium kündigte an, es werde ab dem kommenden Semester Coaching-Angebote für Hörerinnen in Studienrichtungen mit einem geringen Frauenanteil geben. Um die Drop-Out-Raten bei Studentinnen zu senken, müssten diese an den Universitäten "begleitet" werden. Die Vorsitzende des Arbeitskreises Gleichbehandlungsfragen des TU-Senats Dr. Juliane Mikoletzky beobachtete eine unterschiedliche Wertung von Qualifikation bei männlichen und weiblichen StudentInnen, die eine wissenschaftliche Karriere anstrebten. Eine weitere Gefahr für Frauen sei die zunehmende Segmentierung innerhalb der technischen Berufe. So würden weibliche AbsolventInnen häufiger in Bereichen mit Kundenkontakt eingesetzt - diese Jobs seien allerdings schlechter bezahlt.

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