ARBÖ: Einheitliche Standards vor und in allen Straßentunnel schaffen

Tunnelportale und Tunnelabstellnischen entschärfen

Wien (ARBÖ) - Die Sanierung des Bosrucktunnel auf der A 9 Phyrnautobahn und des Katschberg Tunnel auf der A10 Tauernautobahn waren ein wichtiger Schritt zur Hebung des Sicherheitsniveaus. Der Weg zu einer einheitlichen Ausrüstung in und vor allen Straßentunnel Österreichs muss konsequent und zügig fortgesetzt werden, erklärt der ARBÖ.

Ganzsteintunnel braucht intensive Reinigung

Der ARBÖ hat die Straßentunnel auf der S6, Semmering Schnellstraße, der A9, Phyrnautobahn, A 10 Tauernautobahn und A2 Südautobahn überprüft. Beanstandet wurden in einigen Straßentunnel (überwiegend Richtungstunnel) die teilweise verschmutzten Fahrbahnen und Tunnelwände, schlechte Lichtverhältnisse und stark verschmutzte Reflektoren.

Der 2.135 Meter lange Ganzsteintunnel auf der S 6 präsentiert sich in einem total verschmutzten Zustand. Der stark verschmutzte Fahrbahnrand und Reflektoren sowie die schlechten Licht- und Luftverhältnisse sind raschest zu beheben, so das Ergebnis einer neuerlichen ARBÖ-Inspektion.

Auch die unterschiedlichen Größen sowie Vielzahl der Verkehrszeichen und Ampeln vor und im Tunnel sind für den Kraftfahrer schwer wahrnehmbar. Aus Sicht des ARBÖ muss der Schilderwald durchforstet werden und eine "einheitliche Ausstattung", die in und vor jedem Straßentunnel umgesetzt wird, neu vorgeschrieben werden.

A10 Tunnel Ofenauer und Hiefler sanierungsbedürftig

"Licht ins Dunkel" bringt der einröhrige Bosrucktunnel auf der A9, Phyrnautobahn. Hier wurden bereits die in der Tunnelkommission beschlossenen Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt. Beim Lokalaugenschein präsentierte sich der 5,5 km lange Bosrucktunnel in einem sehr guten Zustand: Neue LED-Reflektoren am Fahrbahnrand, helle Tunnelwände, gefräste Rumpelstreifen mit Reflektoren in der Fahrbahnmitte, beleuchtete Abstellnischen und Fluchtwegmarkierung in Meterangaben sowie neue Notrufnischen.

Beim ARBÖ-Tunnel-Controlling auf der A 10 Tauernautobahn präsentierten sich mit Ausnahme des 1.320 m langen Ofenauer Tunnel und 2.004 m Hiefler Tunnel alle weiteren sechs Richtungstunnel ebenfalls in einem sehr guten Zustand. Es wurde auch endlich der 5.400 m lange Katschbergtunnel dem aktuellen Sicherheitsstandard -Verbesserung der Lüftung, Brandmeldesysteme, Beleuchtung und Markierungen - wie er bereits im 6.400 m langen Tauerntunnel vorzufinden ist, angepasst.

Nach Meinung des ARBÖ ist auf der A 10 Tauernautobahn die Sanierung des Ofenauer und Hiefler Tunnel noch vor der nächsten Reisewelle in Angriff zu nehmen. Zu beanstanden war im Tauerntunnel auch, dass vier verschiedene Reflektoren-Varianten verwendet werden, von den einfach flachen Katzenaugen bis hin zu den neuen rot-weiß leuchtenden LED-Reflektoren. Außerdem fehlen auch die seitlichen Rumpelstreifen bei den Abstellnischen. Einheitlichkeit ist auch hier gefragt, fordert der ARBÖ.

Tunnelportale und Tunnelabstellnischen entschärfen

Die schweren Unfälle der letzten Tage auf Österreichs Autobahnen haben einmal mehr gezeigt, dass Tunnelportale eine besondere Gefahrenstelle darstellen. Der ARBÖ hat auf diese Problematik bereits mehrmals aufmerksam gemacht und Verbesserungen gefordert. Mit Aufpralldämpfern, die außerdem schwer erkennbar sind, wird man nach Meinung des ARBÖ die Tunnelportal-Problematik nicht in den Griff bekommen. Große Abstellflächen und Zufahrten haben unmittelbar vor der Tunneleinfahrt nichts verloren.

Nach Meinung des ARBÖ muss die Entschärfung der Tunnelportale durch verlaufende Leitsysteme - Beton- oder Stahlleitschienen - und zusätzlicher besserer Markierung der Tunnelportale im Interesse der Verkehrssicherheit in Angriff genommen werden. Durch Leitschienensysteme, wie sie auf Autobahnen in Italien oder Slowenien zu sehen sind, werden die Kraftfahrer in den Tunnel "hineingeleitet". Ein Frontalcrash gegen das Tunnelportal könnte mit derartigen Leitsystemen somit vermieden werden.

Außerdem müsste geprüft werden, wie man einen Frontalcrash in den Tunnelabstellnischen vermeiden bzw. dessen Folgen vermindern kann. Laut ARBÖ sollte man prüfen, ob man in allen Tunnel Abstellnischen und Aufpralldämpfer einsetzen kann und deren Wirkung testen, inwieweit man in allen Tunnelabstellnischen Aufpralldämpfer (Größe der "Airbags", Sichtbarkeit, Geschwindigkeitsniveau, Wirkung) einsetzen kann.

Kontrolle fehlt

Beim Tunnel-Controlling des ARBÖ auf Österreichs Autobahnen waren neben dem starken Schwerverkehr und zahlreichen Gefahrguttransporten auch so manche Raser und Drängler - sowohl Pkw als auch Lkw - zu beobachten.

Die Exekutive ist hier gefordert verstärkt Kontrollen der Geschwindigkeit und das Einhalten des "lebensnotwendigen" Sicherheitsabstandes im Tunnel- und Baustellenbereich durchführen. Krasse Geschwindigkeitsüberschreitung in einem Straßentunnel und in Baustellen sind nicht zu tolerieren. Mit dem Einsatz der "Section Controll" würde der Verkehrsüberwachung auch ein neues und effizientes Instrument zur Verfügung stehen, so der ARBÖ.

Verstärkte Kontrollen durch die Exekutive der Lkw punkto richtiger Sicherung und Kennzeichnung des Ladegutes sowie der Lenkzeiten wären der Verkehrssicherheit ebenso dienlich. Aus Sicht des ARBÖ müssen neben einer höheren Verkehrssicherheit auch menschengerechte Arbeitsbedingungen - wie beispielsweise ausreichende Ruhezeiten - für den Berufskraftfahrer ermöglicht werden.

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