Leitl: WIFO war und ist "Kompass für Österreich"

Fachliche Unabhängigkeit muss gewährleistet bleiben - Ausbau der Kooperationen mit anderen Instituten forcieren, Zusammenlegung nicht sinnvoll

Wien (PWK060) - Zum 75-Jahr-Jubiläum des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO strich der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich und des WIFO-Vorstandes, Christoph Leitl, die ausgezeichneten Leistungen des Instituts hervor: "Während das WIFO in den 90er Jahren den Kurs der österreichischen Politik zum EU- und Euro-Beitritt mit seinen Analysen bekräftigte, leisten seine qualitativ hochwertigen Berechnungs- und Studienergebnisse heute einen wichtigen Beitrag zum Bestehen Österreichs im internationalen Standortwettbewerb. So beispielsweise im Rahmen der EU-Erweiterung sowie bei der Reform des Sozialsystems und des öffentlichen Sektors, welche wichtige Voraussetzungen für eine nachhaltige Senkung der heutigen Abgabenlast Österreichs sind." Insgesamt gelte, es alle wesentlichen Standortfaktoren in die richtige, strategische Ausrichtung zu bringen, zeigte sich Leitl überzeugt.

Das WIFO möchte allerdings nicht nur Anregungen geben, sondern solche, wie sie etwa im aktuellen Evaluierungsbericht angeführt sind, auch selbst aufgreifen, stellte Leitl klar. "Der Prüfbericht bescheinigte dem WIFO sehr gute Leistungen, internationale Anerkennung, Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz. Nichtsdestotrotz wird der Vorstand des WIFO alles tun, um eine noch effizientere Leistung, um eine noch bessere, unabhängige Politikberatung zu ermöglichen." Dafür sei es allerdings notwendig, die Finanzierung auf eine mittelfristig kalkulierbare Basis zu stellen, da sonst eine konsequente Planung der Arbeiten nahezu unmöglich werde.

"Die Finanzträger müssen sich repräsentativ in die strategischen Themenfelder einbringen können", meinte Leitl und sprach sich in seiner Jubiläumsrede für ein Festhalten am Prinzip der Trägerschaft des WIFO aus: "Das Institut empfängt Forschungsbeiträge von allen wesentlichen Trägern der Wirtschaftspolitik in Österreich. Das sind der Bund, die Nationalbank, die Sozialpartner, große Verbände und die Bundesländer. Diese Struktur ist ein Spiegelbild der wirtschaftspolitischen Verantwortlichkeiten in diesem Land, die weiter beibehalten werden soll; ebenso wie die Bereitschaft der Träger, die Tätigkeit des Instituts als gesamtwirtschaftliches Interesse zu sehen. "Die fachliche Unabhängigkeit muss als eines der obersten Ziele gewährleistet sein", betonte Leitl. Interessen- oder parteipolitischer Einfluss auf die Arbeiten und Veröffentlichungen des Instituts hätten hier nichts zu suchen.

Intern werde die stärkere Fokussierung auf Kernkompetenzbereiche unterstützt, erklärte Leitl. "Wir werden uns auch trotz des guten Zeugnisses in den kommenden Wochen darum bemühen, mögliche, noch nicht voll ausgeschöpfte Synergien der Kooperation mit anderen Instituten auszuloten und zu organisieren." Eine Zusammenlegung des Instituts mit den anderen in diesem Bereich tätigen außeruniversitären Einrichtungen in Österreich werde aber abgelehnt, denn "warum sollte das Konkurrenzprinzip ausgerechnet vor der Wirtschaftsforschung halt machen?" (Ne)

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