Klestil: Unabhängigkeit des WIFO wahren!

Wien (OTS) In seiner Ansprache anlässlich des heutigen Festaktes zum 75-jährigen Bestehen des Wirtschaftsforschungsinstitutes im Palais Ferstel unterstrich Bundespräsident Thomas Klestil die notwendige Unabhängigkeit des WIFO und wies darauf hin, dass das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung seit vielen Jahren "die feste Stütze und unbestrittene Autorität für alle Verantwortungsträger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft" sei.

Das WIFO sei dem Gesamtwohl der Menschen Österreichs verpflichtet. Wichtig ist, so der Bundespräsident, die Wahrung der Unabhängigkeit:
Das WIFO sei weder eine staatliche noch eine politische Einrichtung und habe daher auch den Auftrag, "sich über Eigeninteressen oder augenblickliche Opportunität zu stellen". Klestil weiter: "Immer wieder haben daher auch verantwortliche Politiker mit den Aussagen des WIFO keine Freude. Aber diese Aussagen dienen längerfristig sehr wohl der Qualität politischer Entscheidungen, weil das Institut seine Glaubwürdigkeit hochhält und von taktischen Erwägungen frei ist."

Auch die Vorhersage einer wahrscheinlichen Konjunkturverschlechterung sei nicht immer willkommen - wenn es um die Konsolidierung der Staatsfinanzen, um eine stabilitätsorientierte Geldpolitik oder um Lohn- und Sozialpolitik geht. Dennoch, so der Bundespräsident, sei eine derartige Vorhersage unerlässlich und wertvoll, "weil sie sich auf fachliche Erfahrungen und Analyse von Wirtschaftswissenschaftern stützt, weil sie von Sensationslust frei, nüchtern und unaufgeregt formuliert ist, und weil sie sogar psychologische Rückwirkungen sorgfältig abwägt. Wie oft entscheidet sich doch durch ein Quäntchen öffentlicher Zuversicht, dass Konjunktur nicht einfach Schicksal ist!"

Klestil verwies auch auf eine kürzlich erschienene Evaluierungsstudie - erstellt durch unabhängige, mehrheitlich ausländische Professoren der Volkswirtschaft, welche die Kernaussage: "Das WIFO ist für Österreich unersetzlich" enthielt. Der Bundespräsident schloss sich dieser Aussage vorbehaltlos an. Abschließend sprach der Bundespräsident die Hoffnung aus, dass das "Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung weiterhin so treffsicher, objektiv und unabhängig im Dienste unseres Landes und seiner Bürger tätig" ist.

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