ÖAMTC und AK Tirol präsentieren aktuellen Spritpreis-Vergleich

Tiroler Kraftfahrer zahlen für Benzin und Diesel im Durchschnitt um 3-4 Cent (40-55 g) mehr pro Liter als im Osten Österreichs

Wien (ÖAMTC-Presse) - Was viele Tiroler KraftfahrerInnen längst vermutet haben und in der eigenen Geldbörse spüren, wurde nun erstmals nach der Euro-Umstellung durch einen aktuellen Preisvergleich - vorgestellt von ÖAMTC und AK Tirol - exakt nachgewiesen: die TirolerInnen zahlen im Durchschnitt zwischen 3 und 4 Cent (40-55 g) mehr pro Liter Eurosuper oder Diesel, als die Autofahrer im Osten Österreichs. Im Extremfall kann der "Tirol-Zuschlag" aber auch noch kräftiger ausfallen und bis zu 21,1 Cent (2,90 S) pro Liter Eurosuper und bis zu 21,5 Cent (2,96 S) pro Liter Diesel betragen. Dies ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Preisanalyse, die zum Stichtag 15. Jänner 2002 die Kraftstoffpreise von 125 Tiroler Tankstellen mit Preisen von 425 Tankstellen im Osten Österreichs verglich. "Das West-Ost-Gefälle bei Kraftstoffpreisen ist auch nach der Euro-Umstellung deutlich nachweisbar und genauso ungerechtfertigt wie eh und je", so Karl Obermair, Chef der ÖAMTC Interessenvertretung.

Einige Details aus der Studie: die Preisbandbreiten für Eurosuper lagen am 15.1. in Tirol zwischen 0,757 Euro (10,42 S) und 0,940 Euro (12,93 S), während man in Wien, Niederösterreich und Burgenland für dasselbe Produkt nur zwischen 0,729 Euro (10,03 S) und 0,890 Euro (12,25 S) zahlte. Vor allem die teureren Markentankstellen liegen mit rund 5 Cent (68 g) im Westen deutlich über dem Niveau des Osten Österreichs. Ähnlich das Bild bei Diesel: Preisbandbreiten von 0,640 Euro (8,81 S) bis 0,790 Euro (10,87 S) im Osten, deutliche höhere Dieselpreise in Tirol zwischen 0,668 Euro (9,19 S) und 0,855 Euro (11,77 S) - immerhin eine Preisdifferenz bei Markentankstellen von 6,5 Cent (90 g).

Als wichtigsten Grund für die zum Teil erheblichen Preisunterschiede führen die Konsumentenschützer von AK und ÖAMTC vor allem den mangelnden Wettbewerb an. Einige wenige Mineralölkonzerne beherrschen den Markt, es bleibt kaum Spielraum für freie Anbieter und kleinere Diskonter. Deutlichstes Indiz dafür: der "Einheitspreis". Während fast jede dritte Tiroler Tankstelle ein und denselben Preis für Eurosuper verlangt, ist dies nur bei jeder 15ten Tankstelle im Osten Österreichs der Fall. Ein Viertel aller Tiroler Tankstellen hat idente Dieselpreise, was im Osten wiederum nur bei etwa 10 Prozent der Tankstellen vorkommt. Obermair: "Einheitspreise und mangelnder Wettbewerb sind immer zum Nachteil der Konsumenten und schlagen sich dann eben in höheren Preisen nieder."

Wie sehr diese Preisunterschiede über das Jahr gerechnet ins Gewicht fallen können, unterstreicht AK-Präsident Fritz Dinkhauser mit einem Beispiel: "Geht man im Schnitt von einem Tiroler Preisaufschlag in der Größenordnung von rund 3-4 Cent pro Liter aus, dann bedeutet das bei 12.000 km im Jahr eine zusätzliche Belastung von rund 31 Euro (ca. 425,- S) für Benzin oder rund 29 Euro (ca. 395,- S) für Diesel. Nimmt man jetzt noch einen Pendler, der beruflich auf das Auto angewiesen ist und zum Teil deutlich mehr Kilometer fahren muss, kommt schon ein Vielfaches davon heraus", so Dinkhauser. Schon aus diesem Grund sei es daher längst fällig, das Kilometergeld von derzeit 0,356 Euro (4,90 S) auf 0,392 Euro (5,40 S) zu erhöhen und auch die kleine und große Pendlerpauschale entsprechend anzupassen. Dinkhauser: "Wenn man sich nur vor Augen hält, dass der Finanzminister in den letzten beiden Jahren über 250 Millionen Euro (rund 3,5 Mrd. S) zusätzlich eingenommen hat, nur weil die Spritpreise so hoch waren und daher mehr Mehrwertsteuer als budgetiert in die Staatskassen kam, dann wäre es nur recht und billig, diese Zusatzeinnahmen den betroffenen Konsumenten zugute kommen zu lassen."

"Mehr Wettbewerb im Interesse der Tiroler KraftfahrerInnen" fordert auch Walter Heel, Präsident des ÖAMTC Tirol. Heel: "Es ist nicht einzusehen, dass die Tiroler Kraftfahrer gleich doppelt benachteiligt sein sollen, einmal im Vergleich zum billigeren Osten Österreichs und ein zweites Mal als Österreicher im Vergleich zum nochmal billigeren EU-Nettopreis-Niveau. Immerhin liegen ja die österreichischen Preise vor Steuern auch noch einmal mit über 2 Cent (rund 30 g) bei Eurosuper und rund 1,5 Cent (rund 20 g) bei Diesel über dem EU-Durchschnitt." In einem ersten Schritt wurde daher Bundesminister Martin Bartenstein eine ausführliche Dokumentation der aktuellen Preisstudie samt Forderungskatalog von ÖAMTC und AK Tirol zur Stellungnahme übermittelt.

"Abgesehen von den notwenigen strukturellen Maßnahmen, die natürlich mehr Zeit brauchen werden, muss aber auch sofort etwas geschehen", zieht Walter Ploner, Direktor des ÖAMTC Tirol, ein erstes Resümee aus der aktuellen Preisstudie. "Wir starten heute mit unserer Aktion 'Sprit spar mit' und rufen alle TirolerInnen dazu auf, uns ihre Preisbeobachtungen als 'Spritpreismelder' möglichst regelmäßig mitzuteilen", so Ploner. "Unser Ziel ist es, flächendeckend die jeweils preisgünstigsten Tankstellen zu ermitteln und diese Informationen als Tipps zum Billigtanken an die AutofahrerInnen weiterzugeben. Transparente Preise und permanenter Vergleich sind immerhin ein Impuls für mehr Wettbewerb", sagt Ploner.

Wer ÖAMTC-Spritpreis-Melder werden will, hat zwei Möglichkeiten:

* Einfach auf der ÖAMTC-Homepage unter der Adresse www.oeamtc.at/sprit anmelden und Preismelder werden. Hier findet man selbstverständlich auch die günstigsten Tankstellen.

* Oder man ruft einfach die Hotline 0800 240 120 an und gibt kostenfrei Preisbeobachtungen durch.

Unter den eifrigsten Tiroler Spritpreismeldern werden 30 Tankgutscheine im Wert von 36,34 Euro (500,- S) verlost.

Aviso an die Redaktionen:
Aktuelle Grafiken zur Studie über die Kraftstoffpreise sind im ÖAMTC-Foto-Service im Internet unter www.oeamtc.at/presse abrufbar.

(Schluss)
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