Rechtsanwälte geben Entwarnung

Wien (OTS) - Kein unmittelbarer Handlungsbedarf bei
EURO-Umstellung von Aktiengesellschaften (AG) und Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GesmbH)

Entgegen der Information in Presseberichten der letzten Woche, wonach die EURO-Umstellung bereits verpflichtend sei und für den Fall der Nichtdurchführung mit Sanktionen gerechnet werden müsse, ist kein unmittelbarer Handlungsbedarf gegeben. Die Anpassung kann mit der nächsten Firmenbucheintragung kombiniert und damit Kosten gespart werden. Sanktionen in Form von Geldbußen oder Ordnungsstrafen sind nicht vorgesehen.

Die Umstellung von Stamm- und Grundkapital in Euro ist im 1. Euro-Justiz-Begleitgesetz detailliert geregelt. Ab 1.1.2002 werden sämtliche Beträge in Schilling mit dem festgelegten Umrechnungskurs von 13,7603 Schilling entsprechen 1 Euro umgerechnet. Dennoch muss eine Anpassung der Satzung oder des Gesellschaftsvertrages nicht unmittelbar erfolgen.

Ist eine Anpassung vor dem 31.12.2001 nicht erfolgt, ist einzige Konsequenz, dass im wesentlichen Eintragungen in das Firmenbuch nur unter der Voraussetzung vorgenommen werden, dass gleichzeitig eine Euro-Anpassung der Satzung oder des Gesellschaftsvertrages erfolgt. Die Euro-Anpassung kann daher regelmäßig mit der nächsten Eintragung in das Firmenbuch kombiniert werden.

Eine Änderung der Stimmrechtsverhältnisse darf durch die EURO-Umstellung nicht erfolgen. Für eine diesbezügliche Anpassung hat der Gesetzgeber vereinfachte Vorschriften erlassen.

Rechtsanwalt Dr. Gerhard Benn-Ibler, Vizepräsident der Rechtsanwaltskammer Wien: "Die Devise ist: keine zusätzlichen Kosten durch die Euro-Umstellung. Damit ein gesonderter Antrag und damit Kosten gespart werden, ist die Anpassung mit der nächsten Firmenbucheintragung vorzunehmen. Nähere Details erfahren Sie von Ihrem Rechtsanwalt."

Rückfragen & Kontakt:

RA Dr. Elisabeth Rech
Rechtsanwaltskammer Wien
Tel.: (01) 513 10 82

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