Teurer Fernsehabend: € 1.889,49 (öS 26.000) für Videofilm!

Tipp der AKNÖ-Konsumentenschützer: "Gehen Sie sorgfältig mit Ihrer Videothek-Mitgliedskarte um!"

Wien(AKNÖ) - Eklatante Missstände orten die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) bei der Ausleihung von Videofilmen aus Videotheken. Günther la Garde, Leiter der AKNÖ-Konsumentenschutzabteilung, berichtet über Dutzende Anrufe von empörten KonsumentInnen: "Die VerbraucherInnen beschweren sich über die gängige Praxis in den Videotheken: Sie borgen sich einen Film aus und müssen das mit ihrer Unterschrift bestätigen. Wenn sie dann den Film wieder zurückbringen, gibt es dafür allerdings keinerlei Bestätigung. Mehrmals ist es jetzt in der letzten Zeit vorgekommen, dass KonsumentInnen mit ungerechtfertigten Zahlungsaufforderungen konfrontiert wurden."

Ein aktueller Fall, dem die Konsumentenschützer der NÖ Arbeiterkammer zur Zeit nachgehen, zeigt wie leicht man als Kunde einer Videothek in Bedrängnis geraten kann:
Herr K. aus Wien-Umgebung ist Mitglied einer Videothek in Wien und als solcher auch Inhaber einer Mitgliedskarte dieses Unternehmens. Als er seine alte Mitgliedskarte gegen eine neue austauschen lässt, beobachtet er, dass die alte Karte achtlos in eine Schublade gesteckt wird. Eine Tatsache, die bei den Konsumentenschützern für heftige Kritik sorgt. Richtigerweise hätte diese Mitgliedskarte vor den Augen des Kunden entwertet gehört, denn dann hätte das, was Herrn K. in weiterer Folge geschah, nie passieren dürfen. Einige Monate später bekommt Herr K. von einem Inkassobüro eine Zahlungsaufforderung in der Höhe von € 1.889,49 (öS 26.000)! Herr K. ist entsetzt. Was war passiert? Mit der alten Mitgliedskarte von Herrn K. wurden von einem unbekannten Videofilme ausgeborgt. Die Rechnung ging jedoch an Herrn K., obwohl er diese Filme nie ausgeborgt und die alte Mitgliedskarte schon längst in der Videothek abgegeben hat. Mag. Martina Pachali, AKNÖ-Konsumentenrechts-schutzexpertin, ist entsetzt über die Vorgangsweise der Videothek:
"Herr K. hat sich ja die ganze Zeit über Filme ausgeborgt. Die Mitarbeiter der Videothek haben es aber nie der Mühe wert gefunden, ihn darauf hinzuweisen, dass da noch Filme offen sind. Dann hätte man das Missverständnis auch schon viel früher aufklären können." Die Interventionen durch die Konsumentenschutzexperten der AKNÖ laufen noch. Hierbei handelt es sich keinesfalls um einen bedauerlichen Einzelfall. Die AKNÖ-Konsumentenschützer wissen von mindestens 20 Fällen mit einem Streitwert zwischen € 2.180,19 (öS 30.000) und € 3.633,64 (öS 50.000), die an ein Inkassobüro weitergegeben wurden.

Mitgliedskarte genauso wertvoll wie Bankomat- und Kreditkarte

Die Konsumentenschützer kritisieren die gängige Praxis in den österreichischen Videotheken, dass man zwar mittels Unterschrift bestätigen muss, dass man einen Film übernommen hat, man hingegen keine schriftliche Bestätigung bekommt, wenn der Film wieder retour gebracht wurde. Das hat zur Folge dass KonsumentInnen im Fall von Streitigkeiten ungleich schlechter dastehen als der Unternehmer. Denn wie der Fall von Herrn K. zeigt, kommen die KonsumentInnen in Fällen von ungerechtfertigten Zahlungsaufforderungen in arge Beweis-schwierigkeiten. Schließlich gibt es ja keinerlei Nachweis, dass der Film wieder in die Videothek zurückgebracht wurde. Deshalb lautet der Rat von den Experten, darauf zu bestehen, dass die Rückgabe schriftlich festgehalten wird.
Abschließend weisen die AKNÖ-Konsumentenschützer hin, dass KonsumentInnen mit ihrer Video-Mitgliedskarte ebenso sorgfältig umgehen sollten wie mit Bankomat- und Kreditkarte. Denn wenn diese abhanden kommt, kann es einem schon passieren, dass man plötzlich mit einer Zahlungsaufforderung von einigen tausend Euro konfrontiert wird.

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