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Sausgruber: Wasserversorgung im Land eigenständig BILD Wasser-Tagung des Gemeindeverbandes

Lochau (VLK) - Ziel der Vorarlberger Landesregierung ist
es, die Trinkwasserversorgung im Lande eigenständig, ohne Fremdbewirtschaftung sicherzustellen. Das bekräftigte Landeshauptmann Herbert Sausgruber heute, Montag, anlässlich
der Tagung "Wasserversorgung in den Gemeinden" in Schloss
Hofen. ****

Vorarlberg verfügt über reichliche Mengen sauberen Wassers
- eine Situation, die ohne die kontinuierliche
Qualitätssicherung verschiedener Institutionen wie z.B. des Landeswasserbauamtes, des Umweltinstitutes oder der Abteilung Wasserwirtschaft nicht zu gewährleisten wäre, sagte
Sausgruber. Das Land Vorarlberg messe dem Schutz des
Bodenschatzes Wasser hohe Priorität bei und betreibe daher konsequent einen aktiven Gewässerschutz. "So konnten etwa der Bodensee als größter Trinkwasserspeicher der Region und die meisten Fließgewässer mit Gesamtinvestitionen von 730
Millionen Euro wieder in einen guten biologischen Zustand
gebracht werden", so Sausgruber.

Den Gemeinden fällt in der Wasserbewirtschaftung eine
wichtige Rolle zu. 95 Prozent der Vorarlberger Bevölkerung
werden durch kommunale und genossenschaftliche Anlagen mit Trinkwasser versorgt, der Rest durch Einzelversorgungen und Interessentschaften. Insgesamt gibt es 79 gemeindeeigene Wasserwerke, 71 Wassergenossenschaften und drei
Wasserverbände.

Ein Pilotprojekt lässt die Gemeinden in der Wasserbewirtschaftung noch näher zusammenrücken. Die Vorteile
der kleinen Einheiten sollen erhalten bleiben, gleichzeitig
wird durch die Bildung größerer
Betriebsführungsgesellschaften die wirtschaftliche Zukunft
bei gleichbleibender Qualität für die Bürger gesichert. Das Pilotprojekt wird von der Illwerke-Wassermanagement GmbH
gemeinsam mit den Gemeinden Bludenz, Bludesch, Bürs, Lorüns, Ludesch, Nüziders, St. Anton im Montafon, Stallehr und
Thüringen organisiert und soll im Juli 2002 starten.

Bei der Fachtagung des Gemeindeverbandes in Schloss Hofen informierten sich gut 90 Bürgermeister, Gemeindemandatare und Fachleute über die Wasserpolitiken auf regionaler, nationaler
und europäischer Ebene. Dem Präsidenten des
Gemeindeverbandes, Bürgermeister Wilfried Berchtold geht es
um eine qualifizierte Diskussion um das sensible Thema der Wasserversorgung und um Entscheidungshilfen für die Gemeinden
zur langfristigen Sicherung der Wasserressourcen.

Keine EU-Einmischung in nationale Strukturen

Helmut Blöch, Leiter der Abteilung Gewässerschutz in der EU-Kommission, machte deutlich, dass die EU-Wasser- und Gewässerschutzpolitik keinerlei Eingriff in politische oder Verwaltungsstrukturen bringe und auch keinerlei Eingriff in
die Eigentumsstruktur oder in Hoheitsrechte an
Wasserressourcen bedeute. Es gebe auch keinerlei Pläne einer Wasser-Pipeline quer durch Europa.

Die Positionen auf nationaler Ebene wurden von Wilfried
Schimon (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft,
Umwelt und Wasserwirtschaft) skizziert. Die Einführung betriebswirtschaftlicher Instrumente im Wassermanagement sei notwendig, eine Liberalisierung in aller Regel aber nicht wünschenswert. In der Diskussion um die Privatisierung gelte
es, aus Fehlern anderer zu lernen.

Illwerke-Direktor Ludwig Summer erläuterte die Strategien
der neuen Illwerke Wassermanagement Gesellschaft. Deren Ziel
ist es, "das Land bei der Erhaltung der Eigenständigkeit in
der Trinkwasserversorgung zu unterstützen,
Trinkwasserressourcen - sofern am Markt - zu erwerben, und
wenn gewünscht, die Gemeinden und Wasserverbände bei der Betriebsführung und Kostensenkung zu unterstützen".

Einen Überblick zur Situation in Vorarlberg gab Wolfram
Hanefeld vom Amt der Landesregierung: Der gesamte
Wasserbedarf in Vorarlberg liegt bei rund 75 Millionen
Kubikmetern, die Haushalte verbrauchen davon ca. 30 Millionen Kubikmeter. Pro Tag liegt der durchschnittliche
Wasserverbrauch eines Vorarlbergers bei 140 Litern.

Abgerundet wurde die Thematik durch einen Blick auf die
Situation in Deutschland, dargestellt von der Leiterin des Europabüros der Bayerischen Kommunen in Brüssel, Angelika Poth-Mögele.
(gw/alf/dig,nvl)

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