Für den Fall des Falles

Wien (OTS) - Stürze, zum Beispiel jetzt im Winter auf Glatteis, haben oft schlimme Folgen. "Von vergleichsweise harmlosen Quetschungen, Verstauchungen oder Verrenkungen über Brüche oder Rissquetsch-Wunden bis hin zur Gehirnerschütterung oder gar einem Schädel-Hirn-Trauma drohen bei Stürzen viele Verletzungen", sagt Dr. Alexandra Strampfer vom Österreichischen Roten Kreuz.

Sowohl Kinder, die durch ihren Bewegungsdrang, Übermut oder Neugier leicht ausrutschen können, als auch ältere Menschen sind gefährdet. Strampfer: "Kreislauf- und Blutdruckprobleme, fehlende Kraft, Gleichgewichtsprobleme, Schwindel, Nebenwirkungen von Medikamenten oder verminderte Sehleistung können Ursachen sein."

Im Fall des Falles ist richtige Erste Hilfe gefragt. Bei Verletzungen von Gliedmaßen lässt sich in den meisten Fällen nicht unterscheiden, ob es durch den Sturz zu einer Quetschung oder Verstauchung, zu einer Verrenkung oder gar zu einem Knochenbruch gekommen ist. Schmerzen und Bewegungsunfähigkeit sind bei diesen Verletzungen die gemeinsamen Anzeichen, bei Verrenkungen und Knochenbrüchen kann es auch zu Fehlstellungen der Gliedmaßen kommen. Strampfer: "Versuchen Sie nicht, Gliedmaßen selbst einzurenken. Sie sollten sofort die Rettung rufen."

Bei offenen Brüchen besteht Infektionsgefahr. Strampfer: "Decken Sie offene Brüche mit einem keimfreien Wundverband ab. Bewegen Sie verletze Arme oder Beine nicht. Sie müssen ruhig gestellt werden. Bei Armen geschieht dies mit einem Dreieckstuch, bei Beinen etwa mit einer zusammengerollten Decke. Achten Sie auf Schocksymptome, wie Teilnahmslosigkeit, stark beschleunigten Puls oder blasse Haut. Öffnen Sie beengende Kleidungsstücke des Verletzten, sprechen Sie ihm ruhig zu und rufen Sie die Rettung. Gerade in der kalten Jahreszeit ist es auch wichtig, die Eigenwärme des Verletzten zu erhalten."

Im schlimmsten Fall, bei Kopfverletzungen, muss sofort die Rettung gerufen werden. Auch hier gilt es, die Wunde keimfrei abzudecken und auf Schocksymptome zu achten. Strampfer: "Kopfverletzungen können sich auch durch Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen und Erbrechen äußern und zu Bewusstlosigkeit mit drohendem Erstickungstod führen. Bringen Sie daher den Verletzten, mit eingeschränktem Bewußtsein oder bei Bewusstlosigkeit in die stabile Seitenlage und kontrollieren Sie regelmäßig die Atem- und Kreislaufzeichen. Ist der Verletzte bei Bewusstsein, lagern Sie ihn bis zum Eintreffen der Rettung mit leicht erhöhtem Oberkörper und Kopf."

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