Gusenbauer: Zeman sollte sich an der besonnenen Wortwahl Spidlas orientieren

Wien (SK) "Der tschechische Premier Milos Zeman hat mit seinen überzogenen und unausgewogenen Stellungnahmen zu sehr komplexen und sensiblen Fragestellungen der tschechisch-österreichischen Beziehungen einmal mehr das freundschaftlich-nachbarschaftliche Verhältnis unnötig belastet", kritisierte SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer in einer Stellungnahme gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Er hätte sich wohl eher an der besonnenen und verantwortungsvollen Wortwahl seines Nachfolgers und Spitzenkandidaten der tschechischen Sozialdemokraten, Vladimir Spidla orientieren sollen."

Gusenbauer, der derzeit der parlamentarischen Versammlung des Europarates beiwohnt, stößt sich vor allem an missverständlichen und bagatellisierenden Interpretationen: "Gerade der Europarat hat die Abschaffung der Todesstrafe mit großem Engagement erkämpft - Zemans doppeldeutige Aussagen zu Todesstrafe und Vertreibung sind inakzeptabel und widersprechen dem europäischen Wertekonsens."

Die deftigen Provokationen Zemans im "profil"-Interview seien der Bewältigung der anstehenden Probleme in keinster Weise dienlich und würden wohl auch den tschechischen Interessen Schaden zufügen. Nicht zuletzt aus diesen Gründen dürfte auch Bundespräsident Klestil und Staatspräsident Havel zu Mäßigung aufgerufen haben. Diese Appelle sollten auf beiden Seiten ernstgenommen und respektiert werden. "Eine Revanchismusdebatte aus der historischen Geisterbahn sollte keinesfalls aufbranden - sie hätte nur den Effekt, antieuropäische Strömungen weiter zu stärken und zu verfestigen", so der SPÖ-Vorsitzende abschließend. (Schluss) hs

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