Eisenbahner: Ausbau der Schiene schafft Arbeitsplätze

GdE-Vorsitzender Haberzettl kritisiert Industrie-Funktionär Schenz

Wien (GdE/ÖGB). Der Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft, Wilhelm Haberzettl, kritisierte am Montag den Versuch der Industriellenvereinigung und ihres Infrastruktursprechers Schenz in der "Presse", den Anteil des Schienenausbaus am künftigen Generalverkehrsplan um wenigstens 5 Milliarden Euro (70 Mrd. öS) beschneiden zu wollen. "Auch wenn Schenz schon bisher immer als Auto-Lobbyist aufgetreten ist, sollte er wissen, dass der Ausbau der Schiene nicht nur für die österreichische Verkehrsinfrastruktur sondern auch für die österreichische Umwelt von grundlegender Bedeutung ist. Darüber hinaus sichern Investitionen in die Schiene wesentlich mehr Arbeitsplätze als Investitionen in den Straßenausbau", so Haberzettl.++++

Der GdE-Vorsitzende wies darauf hin, dass die Investition von einer Milliarde Schilling/rund 72 Millionen Euro in die Schiene rund 1.700 Arbeitsplätze schaffe, während es bei der Strasse nicht einmal 1000 Arbeitsplätze seien. Das, so Haberzettl, sollte auch für einen Spitzenfunktionär der Industrie, Schenz ist ehemaliger Generaldirektor der OMV, bedenkenswert sein. Die Nonchalance, mit der Schenz über wirtschaftspolitische Eckdaten hinweggehe, sei bemerkenswert, aber möglicherweise daraus zu erklären, dass der von der Infrastrukturministerin erarbeitete Generalverkehrsplan nahezu keinerlei finanzielle Bedeckung vorsehe. Während in der Politik nach wie vor dem Trauma Nulldefizit nachgelaufen werde, tue die FPÖ-Ministerin gerade so, als müsse es für die Verkehrsinfrastruktur keinerlei Vorsorge im Budget geben - gewissermaßen nach der Devise "Geld spielt keine Rolle, wir haben eh keines!"

"Die Gewerkschaft der Eisenbahner erwartet vom 'Reformdialog' der Bundesregierung zum Thema Verkehrsinfrastruktur zielgerichtete Investitionsvorhaben, die auch so finanziell abgesichert sind, dass sie rasch begonnen werden können", erklärte Haberzettl. Das hieße auch, dass die von der Verkehrsministerin bisher blockierten Investitionen in die Bahninfrastruktur sofort freigegeben werden müssten.

ÖGB, 21. Jänner 2002
Nr. 039

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