ÖGB: Pensionskassen sind keine Alternative

Privatpensionen mit viel Unsicherheit

Wien (ÖGB). Für das österreichische Pensionssystem gibt es keine sichere Alternative. Das hat die Entwicklung der vergangenen Wochen und Monate sowohl in Österreich als auch weltweit gezeigt. Die schwache Börsenentwicklung hat an dem Angespartem genagt und Firmenzusammenbrüche haben Hunderttausende PensionistInnen ihrer Existenz beraubt.++++

Das Risiko privater Altervorsorge ist wesentlich größer als immer wieder suggeriert wird. Dagegen ist bei der staatlichen Pensionsvorsorge eine Sicherheit durch die öffentliche Hand gesichert. Bei der privaten Altersvorsorge besteht immer wieder die Gefahr der riskanten Veranlagung, betrügerischem Vorgehen oder Firmenzusammenbrüche. Schuldige könne zwar gefunden werden, das von den Menschen eingezahlte Geld und damit die Vorsorge für das Alter ist weg.

Ein spektakuläres Beispiel liefert derzeit die USA. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und fehlenden staatlichen Altersvorsorge stehen 20.000 Angestellte des Pleite gegangenen Energieriesen Enron vor dem Nichts - auch was die Altersvorsorge betrifft. Während sich's die Manager schon vor Monaten richteten und ihre Aktienpakete verkauften, durften der Pensionsfonds des Unternehmen und die Angestellten die Aktien auf "Befehl" des Vorstandes nicht verkaufen. Das Ergebnis: Waren die Aktien vor Monaten noch 82 Dollar wert, notieren sie jetzt bei 66 Cents. Die Existenz tausender Menschen ist zerstört! Inzwischen macht sich in Amerika generell Angst um die private Altersvorsorge breit. (siehe heutige APA 0076).

Was im Zuge der Swissair-Pleite immer verschwiegen wurde ist Tatsache. Mit dem Absturz der renommierten Schweizer Fluglinie krachten auch einige Pensionsfonds gefährlich. Innerhalb einiger Tage wurde ein Börsenwert von beinahe einer Milliarde Euro vernichtet. Die Leidtragenden: EinzahlerInnen in private Pensionsfonds.

In Japan sind alleine in der Zeit von September 2000 bis März 2001 vier Privatversicherer in Schwierigkeiten gekommen oder überhaupt Pleite gegangen. Auch hier waren vor allem jene Menschen betroffen die durch Einzahlung in private Pensionsfonds für ihren Lebensabend vorsorgen wollten. An Kapital wurden 183 Milliarden Euro vernichtet. Ein Vergleich: Im Jahre 2000 betrug die Lohnsumme in Österreich 107 Milliarden Euro.

Und erst vergangene Woche haben die österreichischen Pensionskassen zwar über ein Spitzenjahr 2001 gejubelt, gleichzeitig aber verkündet, dass "wegen der schwachen Börsenentwicklung jeder siebente der 36.000 Zusatzpensionsbezieher mit einer Leistungskürzung zu rechnen hat".(ff)

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