EU-Chemiepolitik von Flemming für Greenpeace nicht akzeptabel

100.000 Chemikalien fordern zum Handeln auf

Wien (OTS). - Greenpeace reagiert mit Empörung auf die heute von der
österreichischen Europaabgeordneten Marilies Flemming präsentierte Position der Europäischen Volkspartei (EVP) zur EU-Chemiepolitik. Dringend notwendig sind im Gegensatz zur Meinung Flemmings die Einführung des Substitutionsprinzips, rasche Verbote von als bekannt gefährlichen Stoffen und eine öffentliche Information über die Gesundheitsgefahren und Umweltauswirkungen von Gefahrstoffen. "Mit der Absage Flemmings an ein solches Produktregister untergräbt Flemming den Konsumentenschutz in Österreich und auf EU-Ebene", kritisiert Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster.

Greenpeace fordert entgegen der Meinung Flemmings die
Festschreibung
des "Substitutionsprinzips" im EU-Chemikalienrecht. Das bedeutet, wenn eine ökologisch bessere Alternative verfügbar ist, die gefährlichere Chemikalie in Produktion und im Verkehr automatisch verboten sein muss. Greenpeace mahnt weiters dringend zu raschen Verboten von umwelt- und gesundheitsgefährdenden Stoffen. So müssen etwa das Hormongift TBT, das im Vorjahr in Babywindeln und zuletzt auch in den Zehn-Euro-Scheinen gefunden wurde, und auch gefährliche PVC-Zusatzstoffe wie Blei oder bromierte Flammschutzmittel EU-weit vollständig verboten werden.

In der EU sind rund 100.000 verschiedene Chemikalien registriert, wovon bis zu 70.000 vermarktet werden. Von den allermeisten davon gibt es völlig unzureichende Daten über die Umwelt- und Gesundheitsgefahren. Im Interesse des Konsumentenschutzes ist daher ein öffentliches Produktregister über die Gefahren von chemischen Stoffen dringend erforderlich. "Umweltminister Molterer und auch die Europaabgeordnete Flemming sollten dabei eine führende Rolle für Sicherheit und Gesundheit der Menschen in Europa übernehmen, anstatt die Interessen der Chemieindustrie zu vertreten", fordert Schuster abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

DI Herwig Schuster, Chemie-Experte Greenpeace, tel. 01-545458

MMag. Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace, tel.
01-5454580 oder 0676-5147246

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