Das Ungarische Welterbe der UNESCO: Teil 3 - Das Frühchristliche Pécs

Wien (OTS) - Die Hügel des Mecsek-Gebirges bilden die Kulisse für 2000 Jahre Geschichte. Pécs, das Zentrum der Baranya und "Perle Südungarns", heute bedeutendes Wirtschafts-, Universitäts-, Kunst-und Kulturzentrum war schon unter den Römern ein wichtiges Verwaltungszentrum mit dem Namen Sopianae. Das Toleranzedikt Kaiser Konstantins aus dem Jahr 313 verlieh den Christen Reliogionsfreiheit, auch er selbst, der im pannonischen Raum eine wichtige Rolle spielte, nahm den neuen Glauben an und wurde einer seiner größten Verfechter. In den daruaf folgenden Jahren entstanden überall im Reich, so auch im Siedlungsgebiet des heutigen Pécs christliche Denkmäler, in erster Linie Grabmäler. Die besondere Architektur der frühchristlichen Grabkammern von Pécs, die einzigartig für die frühchristliche Kultur sind, und der erstklassige Erhaltungszustand machten sie für die UNESCO zum schützenwerten Weltkulturerbe.

Inbegriffen in das Welterbe sind der Dom und der Bischofspalast, die durch Zufall an eben dieser Stelle über den Grabkammern erbaut wurden, sodaß die knapp 2000 Jahre alten römischen Denkmäler Jahrhunderte lang unentdeckt und damit vor Zerstörung bewahrt blieben. Sie stammen aus dem 4.-6. Jhdt. und sind reich verziert, über den eigentlichen Grabkammern standen kleine, schmale Kapellen. Im Zentrum wurde ein Sarkophag aus weißem Marmor gefunden, der offensichtlich an seiner originalen Stelle steht. Biblische und weltliche Szenen sowie ein Christusmonogramm aus dem Jahr 313 schmücken die Wände. Außerdem wurden auch Schutz- und Heilzeichen gefunden, die darauf schließen lassen, daß die Kammern den Menschen auch als Zufluchtsstätte vor feindlichen Angriffen dienten.
Einige der insgesamt bis jetzt entdeckten zwanzig Kammern sind bereits für die Öffentlichkeit zugänglich, an den sind noch mühsamen Restaurierungsarbeiten im Gange. Aber auch heute schon bekommt man bereits einen guten Eindruck dieser einzigartigen Denkmäler des frühen Christentums.

Einbezogen in das Welterbe wurde der gesamte Domplatz mit dem mittelalterlichen Bischofspalast, dessen Gartenfassade zu den schönsten Beispielen ungarischer Barockarchitektur zählt. Der Dom selbst ist eines der bedeutendsten mittelalterlichen Sakralbauwerke. Sein Bau wurde bereits unter Stephan I. begonnen, die fünfschiffige Unterkirche und zwei der Türme sind noch aus dem 11. Jahrhundert erhalten, die beiden anderen Türme wurden im 12. Jahrhundert hinzugefügt. Fassade und Innenausstattung der heutigen dreischiffigen Basilika zeigt überwiegend Elemente der Renaissance und Neoromanik, die unter anderem von Ferenc Nesselrod und dem Wiener Architekten Friedrich Schmidt stammen. Der großartige Alabaster-Epitaph in der Marienkapelle ist eine niderländische Arbeit aus dem 15. Jahrhundert.

Sehenswert ist auch das dem Dom gegenüberliegende Janus-Pannonius-Museum. Das Gebäude ist einem römischen Haus nachempfunden und beherbergt eine der wichtigsten römischen Sammlungen Ungarns sowie einen kleinen volkstümlichen Altar. Zwei Abgänge führen direkt in die romanische Unterkirche des Domes. Informationen: Tourinform. H-7621 Pécs, Széchenyi tér 9. Tel. 0036/72/213315, Fax 0036/72/212632, baranya-m@tourinform.hu

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