ÖGJ-Wien: ÖAAB verkennt Situation am Lehrstellenmarkt

Müller: "Ausgleichsfonds in der Lehrlingsausbildung muss endlich umgesetzt werden"

Wien (ÖGB/ÖGJ). "Der ÖAAB hat angesichts der katastrophalen Situation am Lehrstellenmarkt endlich erkannt, dass die Wiener Lehrstellensuchenden dringend Hilfe brauchen", erklärte Melanie Müller, Wiener Jugendreferentin der ÖGJ. Eine Antwort auf die Probleme der Jungendlichen hätten Tschirf und Tancsits allerdings nicht anzubieten. "Anstatt leere Worte zu drechseln, sollte sich der ÖAAB lieber der Forderung der Österreichischen Gewerkschaftsjugend nach einem Ausgleichsfonds zwischen ausbildenden und nichtausbildenden Betrieben anschließen", so Müller.++++

Während die Anzahl der Lehrstellensuchenden in Wien im Vergleich zum Vorjahr wieder gestiegen ist, hat sich die Zahl der offenen Lehrstellen um ganze 23,1 Prozent reduziert. "Diese Situation ist ein 'Kind' der verfehlten Lehrstellen-Politik der schwarz-blauen Bundesregierung", erklärte Müller. Die Kritik des ÖAAB an den Lehrlingsstiftungen sei eine totale Verweigerung der Realtität. "Die Stiftungen geben den arbeitslosen Jugendlichen eine bessere Chance, doch noch eine qualifizierte Ausbildung zu erhalten. Anstatt die Jugendlichen der Straße zu überlassen, sollte sich der Wiener ÖAAB-Obmann Tschirf eher für eine Aufstockung der Mittel der Stiftungen einsetzen", so Müller. Schließlich weigere sich die Bundesregierung bis heute, 500 Millionen Schilling (7.267.283,42 Euro) für ein ausreichendes Auffangnetz zur Verfügung zu stellen.

"Die ÖGJ fordert schon seit geraumer Zeit einen Ausgleichsfonds zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben", so Müller. Dadurch würde ein Finanzierungsausgleich geschaffen, die Betriebe hätten einen weiteren Anreiz für die Ausbildung von Lehrlingen. "Eine weitere Förderung durch Finanzmittel des Bundes für Unternehmer kann jedoch nicht die Lösung sein. Die Betriebe haben schon genug 'Steuerzuckerl' bekommen, die Situation am Lehrstellenmarkt hat sich jedoch nicht verbessert"; kritisierte Müller. "Nun ist es Zeit endlich die Lehrlinge zu unterstützen - ich fordere den ÖAAB auf, gemeinsam mit der ÖGJ bei der Bundesregierung für einen Ausgleichsfonds und die Aufstockung der Mittel des Auffangnetzes einzutreten." (tb)

ÖGB, 17. Jänner 2002
Nr. 037

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