Binder präsentiert Studie: Eltern fühlen sich durch Kindergeld geprellt

Bedarf an Betreuungsplätzen nach wie vor groß

Wien (SK) "Die Untersuchung sollte beleuchten, wie die Kärntner Familien nach einem Jahr dieses Kindergeld bewerten", erklärte die Familiensprecherin der Kinderfreunde, SPÖ-Abgeordnete Gabriele Binder die Motive für die Erstellung der Studie. "Ein Drittel der Eltern fühlte sich schlecht informiert, vier Fünftel dachten, das Kindergeld würde zusätzlich ausbezahlt", brachte Binder zwei prägnante Ergebnisse der am Donnerstag präsentierten Kinderfreunde-Studie auf den Punkt. Die Untersuchung ergab weiters, dass nur 1 Prozent der Frauen die Möglichkeit haben, per Urlaubs- und Krankenvertretung beruflich am Ball zu bleiben. Kostenfreie Kinderbetreuungseinrichtungen und Wiedereinstiegsmaßnahmen werden von der Familienorganisation daher massiv eingefordert.****

Die Studie beleuchtete mit einem Sample von 107 Familien das einjährige Bestehen des Kindergelds in Kärnten. Auf die Frage:
"Entspricht die Höhe des Kindergeldes Ihren Erwartungen", antworteten 80 Prozent: "Ich habe geglaubt, dass ich die 6.000 Schilling zusätzlich erhalte." Weiters wurden von knapp über einem Viertel der Eltern die unregelmäßigen Auszahlungen bekrittelt.

Die überwiegende Mehrheit der Frauen (73 Prozent) will nach der Kinderpause wieder an ihren Arbeitsplatz zurück. Für 45 Prozent der Frauen stellt die Rückkehr an ihren Arbeitsplatz allerdings ein Problem dar. "Die Möglichkeit, durch Urlaubs- und Krankenvertretungen den beruflichen Anschluss nicht zu verlieren, ist mit nur einer positiven Nennung mehr als beschränkt", erläutete Binder. Es seien daher Qualifizierungs- und Wiedereinstiegsmaßnahmen besonderes notwendig.

Weiters sei für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie die außerhäusliche Kinderbetreuung wesentlich. Die Studienergebnisse dazu: 80 Prozent der Eltern ist ein warmes Mittagessen im Kindergarten wichtig. 60 Prozent wünschen sich längere Öffnungszeiten. Für die Hälfte der Eltern, die ihr Kind nicht in Betreuung geben, sind die Elternbeiträge zu teuer. Und 30 Prozent der Eltern, deren Kind nicht außerfamiliär betreut wird, haben schlichtweg keinen Betreuungsplatz gefunden. "Diese Zahlen zeigen, dass ein flächendeckendes und bedarfsgerechtes Angebot an Kinderbetreuungsplätzen unbedingt notwendig ist", so Binder.

Die Kinderfreunde forderten in diesem Zusammenhang auch die Anerkennung des Kindergartens als Bildungseinrichtung. "Wie alle Bildungseinrichtungen von der Schule bis zur Universität sollte der Kindergarten unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden", deponierte Binder die Position der Kinderfreunde.

Weiters kritisierte Binder die mit der Einführung des Kindergeldes verbundenen Verschlechterungen für die Vereinbarkehit von Beruf und Familie: "Wiedereinstiegsbeihilfe und Kindergartenmilliarde fallen genauso weg, wie die Sondernotstandshilfe und der Familienzuschuss." Besonders monierte Binder auch die nun fehlenden Anreize der Länder für den Ausbau der Betreuungseinrichtungen für die unter Dreijährigen. (Schluss) up

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