Neuer Außenamts-Generalsekretär Johannes Kyrle hält Antrittspressekonferenz

Stärkung Wiens als Ort internationaler Begegnung - "Manager" eines effizienten Außenministeriums

Wien (OTS) - Anlässlich seiner Antrittspressekonferenz stellte der neue Außenamts-Generalsekretär Johannes Kyrle die Schwerpunkte seiner Arbeit für die kommenden fünf Jahre vor. Er verstehe seine Funktion dabei als die eines Managers, der ein effizientes Funktionieren des Außenministeriums sicherstelle. Im europäischen Vergleich sei das österreichische Außenministerium sowohl in personeller als auch in budgetärer Hinsicht klein, so stehen etwa den Außenministerien Griechenlands, Dänemarks, Finnlands oder Belgiens jährlich rund die doppelten bis dreifachen Mittel zur Verfügung. Angesichts der drastischen Budgetkürzungen der letzten Jahre habe sich das Spannungsfeld zwischen hohen Anforderungen einerseits und Personal-und Budgetknappheit andererseits sehr verschärft. Die Strukturen des diplomatischen Dienstes müssten daher ständig modernisiert und den neuen Herausforderungen angepasst werden. Das Außenministerium müsse sich angesichts seiner begrenzten Mittel zunehmend auf bestimmte Schwerpunkte, wie z.B. die bevorstehende Erweiterung der Europäischen Union und die Debatte über die Zukunft Europas sowie die aktive Mitgestaltung der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der EU, konzentrieren und dabei darauf achten, dass die Interessen Österreichs voll gewahrt werden.

Ganz grundsätzlich gehe es ferner darum, das österreichische Ansehen in der Welt zu stärken. Dazu diene etwa auch die fortgesetzte Teilnahme Österreichs an internationalen friedenserhaltenden Maßnahmen - wie z.B. nunmehr in Afghanistan - sowie das humanitäre Engagement Österreichs und sein Einsatz für die Menschenrechte.

Die Pflege der Beziehungen zu unseren Nachbarstaaten sei ein weiterer Schwerpunkt der österreichischen Außenpolitik. Bereits Ende dieser Woche werde er daher zu einem trilateralen Treffen mit Griechenland und Italien über aktuelle Balkanfragen nach Thessaloniki reisen. Zu bilateralen Zusammentreffen mit seinen Amtskollegen werde es in den nächsten Monaten kommen.

Österreich war und ist ein Ort internationaler Begegnung. Zahlreiche internationale Organisationen, VN-Institutionen, Regionalbüros, europäische Institutionen, etc. haben ihren Sitz in Wien ebenso wie acht internationale Schulen und drei internationale Universitäten. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die OSZE, seit 1993 mit Sitz in Wien, hat allein in den letzten Jahren ihren Personalstand vervierfacht. Österreich ist bemüht, dieser Organisation einen permanenten Amtssitz zu bieten, der auch die Sichtbarkeit dieser Organisation verbessern soll. In den kommenden Monaten werde diesbezüglich hoffentlich eine Grundsatzentscheidung getroffen werden.

Infolge der Terroranschläge vom 11. September 2001 ist die Bekämpfung des Terrorismus besonders in den Vordergrund gerückt. Österreich wird die Wiener VN-Einheiten, die sich mit dieser Frage auseinandersetzen, nachhaltig unterstützen und sich verstärkt als Zentrum internationaler Konferenzen anbieten. Die Umwegrentabilität derartiger Konferenzen darf dabei nicht übersehen werden " Statistiken zufolge gibt ein Kongressteilnehmer/Tag rd. EUR 400,-- aus.

Abschließend erwähnte Kyrle die Übersiedlung des Außenministeriums von bisher sieben Gebäuden an einen gemeinsamen Standort als "große logistische Herausforderung". 2005 soll es soweit sein, dass das Außenministerium übersiedelt und alle Mitarbeiter in zwei direkt miteinander verbundenen Häusern untergebracht sein werden. Dass das neue Außenministerium allen Anforderungen moderner Büro- und Computertechnik entsprechen muss, verstehe sich dabei von selbst. Der Minoritenplatz werde zukünftig zum Markenzeichen der österreichischen Außenpolitik werden, so wie es der quai d"Orsay für die französische Außenpolitik ist. Zu diesem modernen Image gehöre auch ein gemeinsam nach außen hin sichtbares Profil, eine noch stärkere Serviceorientierung der Außenpolitik sowie ein moderner Auftritt im Internet.

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